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Abhandlungen der schwedischen Aerzte, oder, Sammlung seltener Beobachtungen und Fälle, aus allen Theilen der Medicin / aus dem Lateinischen übersetzt von Joh. Jakob Römer
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134
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mes Getränk, Klystiere und Ueberschläge, welche nachAnzeigen angewendet wurden, wurde der Anfall sosehr gemildert, daß er nach Verfluß einiger Tage, lvie-der nach Hause kehren konnte. Da aber wegen derallzugrossen Menge Schnee, der Weg sehr schlecht war,wie er bey uns gemeiniglich zu seyn pflegt, so konntediese Reise nicht anders, als für den Kranken sehr be-schwerlich, und seiner Gesundheit nachtheilig seyn;deßwegen klagte er nach seiner Ankontz über Rücken-schmerzen und spannen in der Gegend der Herzgrube;das Angesicht das schon lange Zeit vorher etwas gelbwar, bekam nun eine dunklere Farbe, die Excrementewaren weiß und schleimtcht.

Als der Arzt wiederum beruffen wurde, verord-nete er eine etwas wohl gesättigte Abkochung des»wenzahns mit Honig vermischt, welche der KrankeMorgens frühe nehmen mußte, den Tag über aber zubestimmten Zeiten einen Löffel voll von einer Mixturaus dem aufgelösten Extrakt des Löwenzahns, welchesmit einem Mittelsalz verbunden wurde, nebst dem Sy-rup der fünf eröffnenden Wurzeln ^ Wenn der Stul-gang allzulangsam war, so mußte er die gelind abfüh-rende Londner Latwerge ( LIeLluarium lemcivum I^on-^incns.) mit Weinsteinrahm, und etwas Rhabarbergebrauchen. Dieser Mittel bediente er sich mit so gu-tem Erfolg, daß sich in kurzer Zeit die gelblichte Far-be des Gesicht's, und des weissen im Auge (lun. sck-nZr3) verlohr, und zu dieser Zeit der Urin, einen un»gewöhnlich starken, geflossenem Ziegelmehl ähnlichenBodensatz bekam.

Als nun beym Vollmond sich deutliche Zeichenetnfanden, daß die goldne Ader fliesten werde, so schlugder Arzt die Application von Vlutiglen vor, um da-durch