durch die vollen Gefässe des Beckens, und des Unter-leibs zu entleeren. Allein da -er Wundarzt wegendem nun abnehmenden Mond dieselbe hindansetzte , soverordnete man dem Kranken, damit nichts unversuchtgelassen würde, balsamische Pillen, die den balsami-schen oder Polychrestpillen des Stahl ähnlich waren.Als der Kranke dieselbige drey Tage lang gebrauchthatte, wurde, nachdem zuvor Kolik-und Rückenschmer-zen entstanden waren, die auf den Gebrauch erwei-chender Ueberschläge, und eines Tränkgens aus Poley-wasser, süssem Mandelöl, Hoffmanns schmerzstillendenTropfen, und den mit Rhabarber vermischten Cicho-rien Syrup wieder nachgelassen hatten, ohngrfehr eineUnze Blut durch den After ausgeleert: die etlichen Ta-ge welche die goldene Ader stoß, fuhr der Kranke imSchlitten. *) Während der Zeit da die Goldader ge-
I 4 stos-
*) Von dem goldenen Aderstuß hatte man schon vor langeund auch noch heut zu Tage verschiedene Meynungen.Es giebt nemlich solche, die denselben für eine unsichereWohlthat der Natur halten, die zwar verschiedeneKrankheiten erleichtern könne, aber auch mit vieler undgrosser Gefahr verbunden seye; denn oft darf nur einesehr geringe gelegentliche Urfach dazu kommen, so wirdder goldne Aderfluß unterdrückt, und es entstehen ge-fährlichere Krankheiten; sie gehen in blinde oder trocke-ne Hämorrhoiden, in Mastdarm Fisteln über, wel-che man bey den Jtaliäneren nicht selten antrist: iadiese blinde Hämorrhoiden können dann nach einerunvorsichtigen Verkältung dieser Theile, in den heißenBrand übergehen, wie ich ein solches und zwar sehrscheußliches Beyspiel bey einem Fräulein gesehen habe.Andere aber behaupten, eine solche Ausleerung müsse,zwar mit genauester Ucberlcgung und Sorgfalt erregt