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Abhandlungen der schwedischen Aerzte, oder, Sammlung seltener Beobachtungen und Fälle, aus allen Theilen der Medicin / aus dem Lateinischen übersetzt von Joh. Jakob Römer
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148
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genohmene/ noch nicht hinlänglich seyn sollte»/ um dieUrsache der äussersten Empfindlichkeit gerechter und an-gefressener Knochennerven in ein helleres Licht zu se-tzen/ so wage ich es noch hierüber eine/ wie ich hoffenicht ganz verwerfliche / Hypothese vorzulegen. Eslehren uns nemlich viele Versuche / die man mit denNerven angestellt *), daß das Zeügeweb welches dieNerven umhüllt / ganz unempfindlich / das Mark der-selbigen hingegen so wie auch dasjenige / welches dengrösten Theil des Gehirnes ausmacht/ allein empfind-lich seye/ Lorenz, Simson und andere behauptetenzwar / daß lebendige Thiere die Verletzung des Ge-hirnmarks nicht fühlen. Haller aber hat durch diesichersten Versuche und Beobachtungen bewiesen / daßdiese Männer nicht recht beobachtet, und daß allerdingslebendige Thiere bey Verletzungen des Gehirnmarksäusserst empfindlich seyen. Ferners belehrt uns dieErfahrung, daß ein abgeschnittener Nerv inche Markhügelchen auswachse, und daß, nach demZeugniß des I van Hörne und Majow ein schwankmichtes Fleisch und drüsenähnliche Körperchen aus ei-nem durchschnittenen oder durchstochenen Nerv hervor-wachsen, indem fich das zellichte Geweb um das her-ausgedrückte Mark herum anlegt. Auch werden dasdie »leisten Wundärzte wissen, daß grosse schwammichteAuswüchse aus dem Gehirn hervorkommen, wennseine Substanz selbst verletzt und zerrissen wird: undaus allen diesen Beobachtungen erhellet, daß das Ner-venmark die Eigenschaft habe sich zu entwickeln undauszubreiten- Wir haben auch Versuche von sehr ge-schickten und berühmten Männern, welche beweisen,

daß

*) LIsrnsm kk^livlütz I.ib. X. x. ZlS