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Zur Geschichte des zürcherischen Wehrwesens im XVII. Jahrhundert : ein kulturgeschichtlicher Beitrag : quellenmässig dargestellt auf Grund von Originalkarten Hans Konrad Gygers / von G.J. Peter
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Zum Schlüsse weist Haller auf die grosse strategische Be-deutung hin, die der Besitz der Grafschaft Baden für Zürich undBern im Kriegsfälle habe: „Den so ein frömbder Potentat synFusz dahin setzen sölte, werind beyde löbliche Stett höchlich ge-plaget; insonderheit aber unszer Land, welliches in allwäg gegendiszer Graffschafft offen, und ist die Hauptstatt Baden ein über-usz vest näst“

Es ist nicht zu bestreiten, dass mancher der Pläne, die hierHaller entwickelt, äusserst gefährlich waren; hätte die Regie-rung auf sie eintreten wollen, so wäre die Schweiz unausweichlich,gewiss nicht zu ihrem Heil, in den dreissigjährigen Krieg ver-wickelt worden. Doch bergen sie anderseits einen gewissen ge-sunden Kern in sich, indem sie immer und immer wieder einenges Zusammengehen Zürichs und Berns postulieren, Gedanken,die erst im Zwölferkriege ihre Frucht zeitigten.

Von positiverer Bedeutung als jene phantastischen Vorschlägeder Unterwerfung der ganzen Nordostschweiz unter Zürichs He-gemonie sind Hallers Bestrebungen betreffend die Einrichtungvon Hochwachten und Militärquartieren; denn diese Postulate sindalsbald verwirklicht worden.

Doch konnte Haller sein „Projekt der Quartier einteil ung“nicht mehr völlig zum Abschlüsse bringen. Er hatte, wie bereitserwähnt, in seinem Defensional vorläufig Raum offen gelassen,um allenfalls erst später, wenn es den Herren belieben sollte,die Namen der Quartiere und ihre „Beschreibungen“ ins Defen-sional einzutragen. Bevor er aber dazu gelangte, raffte ihn eineKrankheit dahin (September 1621). 21 ) Daher ist aus dem Haller-schen Defensional über die Quartiereinteilung des Kantons nichtmehr zu entnehmen, als dass Haller deren acht proponieren wollte.Auch vernehmen wir weder aus den Ratsprotokollen noch ausdem Zeughausarchiv etwas Genaues von den Verhandlungen desRates über das Defensional. Sicher aber ist, dass Hallers Pro-jekte im Rate die günstigste Aufnahme fanden; denn im Jahre1622 ging die Regierung energisch daran, eine Neuordnung nachdem Defensional durchzuführen.

Im Herbste genannten Jahres wurde eine Militärkommission,bestehend aus Bürgermeister Holzhalb, Seckeimeister Wolf,Seckeimeister Bräm und Oberst Hans Kaspar Schmid bestellt,die mit Hilfe von „tugenlichen Personen“ auf der Landschaft

21 ) Eintrag in Hallers „Defensional“.