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Zur Geschichte des zürcherischen Wehrwesens im XVII. Jahrhundert : ein kulturgeschichtlicher Beitrag : quellenmässig dargestellt auf Grund von Originalkarten Hans Konrad Gygers / von G.J. Peter
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für jedes Quartier ein bis zwei ständige tüchtige Trüllmeister(Instruktoren) angestellt werden, die den Quartierhauptleuten

zur Seite zu stehen hätten: ..wan nit ohn underlasz by

Jungen und Alten das Exercieren geübt werde, komme man ingar kurtzer Zyt in die vergeszenheit, ja gar darvon; dann solcheÜbung auff den stutz (schnell, auf einmal) in unszer unabgerichtvolkh ze bringen, ist unmüglich; es erforderet, wie bekandt Jahrund tag ... Zu dem, wer mag wüssen, wie lang wir fridenhaben mögend; dan der Antichrist fyret nit, allerley unruhen undNeuwerungen anzestiften. Das gespürt man woll in Landts-friden. Sy wollend niemahlen gefehlt und den bach nit betrübthaben; aber wir könnend ihnen niemahlen recht thun. Ist desz-wegen hoch von nöthen, dasz wir in guten und Stehten ver-faszungen standindt; das verursachet durch die erlernte Übungder waaffen unszerem volkh grosze Standhaftigkeit, Hertz unddapfferkeit, dem feiend einen schreken und anlasz, (dasz) sy nit(wagen), wie gern sy weitend, mit ihren Vorhaben fortzefahren,sonder, wie man spricht, ein tegen behalt den andern in derscheiden.

Nicht langes Exerzieren sei das Mittel, dem vorhandenenUebel abzuhelfen; vielmehr würden dadurch die Unarten, beson-ders Langsamkeit und Trägheit,eingewöhnt, gleichsam in Naturverwandelt; das Exercitium müsse vielmehr kurze Zeit, aberdannnur gehörig und lebhaft betrieben werden.

Interessant ist der Vorschlag, dass schlecht geübten Truppen,wie sie besonders im Oberland zu finden, flott und schneidigexerzierende Abteilungen, wie sie vor allem im Weinlande zutreffen seien, hin und wieder als Musterrotten vorgeführt werdensollten:Beispiele wirken in unserem Volke mehr als Worte.

Die eingeteilte Mannschaft sei an allen Sonntagabenden nachdem Gottesdienste in den Waffen zu üben; diesen Uebungensollen die höhern undniedern Offiziere bei Strafe der Degra-dation ständig beiwohnen.

Die Ursache, dass die in den dreissiger Jahren eingeführtenreglementarischen Exerzier- und Schiessübungen an den Sonn-cagnachmittagen nach und nach beinahe ganz in Abgang ge-kommen seien, liege bei der Geistlichkeit, da das Ministerium diesesonntäglichen Waffenübungen, trotz des vaterländischen Zweckesals Sabathschändung streng verurteile. 84 ) Den wehrpflichtigen

81 ) Das Ministerium reichte dem Rate wiederholt Gesuche um Abschaf-fung der sonntäglichen Waffenübungen ein, mit wechselndem Erfolge.