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Vom 23. September an rücken die Punkte, wo die Sonne anf-and untergeht, allmählich immer mehr gegen den Südpunkt.Ihr täglicher Weg wird immer kleiner, ihre Mittagshöheimmer geringer. So geht es bis zum 21. Dezember. Dannhaben wir in unserm Lande den kürzesten Tag. Er dauertwenig mehr als acht Stunden. Bald aber tritt wieder eineneue Wendung des Sonnenlaufes ein. Die Sonne rückt mitihrem Ausgangspunkt gegen Osten zurück, und ihr Nieder-gangspunkt verschiebt sich nach Westen. Die Tage werdenlänger, und am 21. März sind Tag und Nacht wieder gleich,und es wiederholt sich alles, wie es vorhin beschrieben wurde.
3. Die geschilderte Zu- und Abnahme der Tage bewirkt denWechsel der Jahreszeiten. Wenn man die Leute fragt, weshalbes im Winter so kalt und im Sommer so warm sei, so sindviele gleich mit der Antwort zur Hand: das komme daher, weiluns die Sonne im Sommer viel näher sei als im Winter. Esist aber nichts Wahres daran. Im Gegenteil, die Sonne istuns im Winter viel näher als im Sommer, indem die Astro-nomen den Beweis erbracht haben, daß die Sonnenscheibe imWinter auf unserer Halbkugel am größten erscheint. Es sindhauptsächlich zwei Umstände, welche die Wärmewirkung derSonne hervorrufen. Die Sonnenstrahlen erwärmen die Erdeum so kräftiger, je weniger schräg sie auf sie fallen undumgekehrt. Im tiefen Winter nun steht die Sonne so niedrigam Himmel, daß ihre Strahlen die Erde nur in sehr schieferRichtung treffen, sie gleichsam nur streifen. Darum sind ihreStrahlen in dieser Jahreszeit so wenig wirksam. Umgekehrt,je näher wir dem Sommer rücken, desto höher steigt dieSonne, und ihre Strahlen treffen uns fast senkrecht. Die Rich-tung der Strahlen ist der eine Grund. Der andere beruhtaus der Dauer. Wenn im Winter die Sonne auch einige Stun-den scheint, so folgt darauf eine lange Nacht, und die erzeugteWärme geht schnell verloren. Im Sommer dagegen sind dieNächte kurz, und es ist darum viel weniger Zeit zur Ver-