lieiss um8 Herz; sie schlugen mit verdoppelter Kraft aufdie Speerschäfte ein und schrien einander zu: Eine Gasse,eine Gasse! Da drängte sich ein Unterwaldner, ArnoldWinkelried, hervor und rief: Eidgenossen! Ich will eucheine Gasse machen! Sorget für mein Weib und Kind!Hierauf sprang er an die Speerreihe heran, packte sovielSpiesse, als er mit beiden Armen umfassen konnte unddrückte sie im Falle zu Boden. Einen Augenblick gab esin der Spiessreihe eine Lücke. Blitzschnell sprangen dieVordersten hinein und hieben mit ihren kurzen Schlag-waffen fürchterlich auf die Feinde los. Jetzt waren dieRitter im Nachteil; denn nun konnten sie ihre langenSpeere nicht mehr gebrauchen und zum Kampf mit demSchwerte war ihnen der Eisenpanzer nur hinderlich. Inder Not riefen sie nach den Pferden; aber die Knechte warenauf ihnen geflohen. In den schweren Rüstungen konntendie Ritter nicht fliehen; sie wurden fast alle erschlagen.
Unter den Toten lag auch der Herzog Leopold. BeimBeginne der Schlacht hatte er sich mit den Anführern hinterdie vierfache Reihe der Ritter gestellt und vorn Pferde herabden Kampf geleitet. Als er dann aber seinen Bannerträgerfallen sah, da sprang er vorn Pferde und stürzte sich auchins Kampfgewühl. Umsonst hatten die Seinen ihn zurück-zuhalten, versucht. Er hatte sie abgewehrt und gesagt: Ichwill mit den Meinen siegen oder sterben. Besser ein Tod
in Ehren als ein Leben in Schande!Dieser Spruch ging an ihm in Er-füllung. Er fand einen ehrenvollenTod; er fiel, tapfer kämpfend, mit denSeinen. Das geschah am 7. Juli 1386.Es war ein ruhmvoller Tag für dieEidgenossen. Zum Andenken daranerbauten sie auf dem Schlachtfeldeeine Kapelle, und noch heute wird dort jedes Jahr derSempacher Schlachttag gefeiert.