Aus Matur und Menschenleben.
1. Morgenlied.
("Verschwunden ist die finstre Macht;
-O Die Lerche schlägt, der Tag erwacht;
Die Sonne kommt mit PrangenAm Himmel aufgegangen.
2. Sie scheint in Königs Prunkgemach,
Sie scheinet durch des Bettlers Dach,
And was in Macht verborgen war,
Das macht sie kund und offenbar.
3. Lob sei dem Herrn und Dank gebracht,
Der über diesem Haus gewacht.
Mit seinen heil'gen ScharenAns gnädig wollt' bewahren.
4. Wohl mancher schloß die Augen schwerAnd öffnet sie dem Licht nicht mehr;
Drum freue sich, wer neu belebt,
Den frischen Blick zur Sonn' erhebt I
Friedrich Schiller.
2. Hoffnung.
^Xsi'nd dräut der Winter noch so sehr'■vl Mit trotzigen Gebärden,
And streut er Eis und Schnee umher,
Es muß doch Frühling werden.
2. And drängen die Nebel noch so dichtSich vor den Blick der Sonne,
Sie wecket doch mit ihrem LichtEinmal die Welt zur Wonne.
3. Blast nur, ihr Stürme, blast mit Macht,Mir soll darob nicht bangen;
Aus leisen Sohlen über NachtKommt doch der Lenz gegangen.
Lesebuch für Sekundärschulen I. 8.
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