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Reiseskizzen.
Walliser Regierung schickt über die Dauer der Saison einen In-spektor nach Leuk, der mit der Bollziehung der Reglements und Ver-ordnungen im Innern der Bäder betraut ist und allfällige Wünscheder Kurgäste entgegennimmt. Eine Hauptrolle bei der Kur bildet diesogenannte ,xc>u8sä6", der Hautausschlag, welcher nach 8 bis 14Badetagen erfolgen soll, etwa eine Woche anhält und allmählich wiederverschwindet. Die Dauer der regelrechten Kur beläuft sich auf 3 bis4 Wochen. Man beginnt mit einer Stunde und steigt bis zu 8 StundenBadezeit. Im allgemeinen wirkt das Sitzen in dieser warmen Sauceerschlaffend; weltbekannt ist daneben freilich der Effekt der LenkerThermen bei Hautkrankheiten, Gicht, Rheumatismen, Lähmungen.
Bei der herrlichen Lage des Bades (4700 Fuß ü. M.), denmannigfaltigen und lohnenden Ausflügen, die sich von Leuk ausmachen lassen, der angenehmen Temperatur, die mit Unrecht als eineim Hochsommer unerträgliche verschrien wird, ist der Aufenthalt da-selbst jedem, der eine Sommerfrische genießen will, auch wenn erkeinen Presten abzubaden hat, aufs beste zu empfehlen. Seit neuererZeit ist eine sehr hübsche, fast eine halbe Stunde lange schattigePromenade angelegt, die zu den bekannten „Leitern" führt. Uebersieben übereinander gelegte Leitern gelangt man von hier an eiuersteilen, hohen Felswand hinauf nach dem freundlichen BergdörfchenAlbinen. Ein weniger beschwerlicher Weg führt zu dem prächtigenDalafall. Größere Touren sind die nach der lieblichen Alp Feuilleret,nach dem Dalagletscher, nach der Torrentalp, dem Torrenthorn, welcheseine imposante Rundsicht gewährt, dem Guggerhubel, Chermignon, derGemmi und dem Wildstrubel. Für größere Partien, wie z. B. nachdein interessanten Lötschental, ist Leuk ein passender Ausgangspunkt.
Wir haben im freundlichen und wohlgelegenen „Hotel Brunner"Quartier genommen und wollen nnn einen Tag aus unserm Bad-idyll zum Besten geben.
Sobald der Tag an den Himmel „stoßt", und die Gemmiwauddeutlicher aus ihren abenteuerlichen Umrissen heraustritt, zirka 4 Uhrmorgens, wird's draußen auf den hölzernen Gängen des Gasthofeslebendig. Ein fortwährendes Knarren verscheucht den Schlaf desGerechten, der ungekämmt und ungewaschen in seinen Schlafrock fährtund mit schlurfendem Pantoffel sich den vorbeihuschenden Gestalten'zugesellt. Am Ende der Hausflur führt ein gedeckter Gang nach deinBad, das dem Ankommenden säuberlich entgegendampft. In derBadezelle wirft der getreue „Benedikt" ein langes schwarzes Wollen-henid über dich; du steigst einige Stufen hinab, öffnest die Türe undbetrittst nun in der Situation der kauernden Venus das Gesellschasts-bad, ein etwa 30 Schuh langes und 20 Scbuh breites hölzernes