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Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten der Schweiz / von Jakob Bächtold
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Firnelicht. Fichreise.

«1. Mrnelicht.

Von Konrad Ferdinand Meyer.

Wie pocht' das Herz mir in der BrustTrotz meiner jungen Wanderlust,

Wann, heimgewendet, ich erschaut'

Die Schneegebirge süß umblaut,

Das große stille Leuchten!

Ich atmet' eilig, wie auf Raub,

Der Märkte Dunst, der Städte Staub.

Ich sah den Kampf. Was sagest du,

Mein reines Firnelicht, dazu,

Du großes stilles Leuchten?

Nie prahlt' ich mit der Heimat noch,

Und liebe sie von Herzen doch!

In meinem Wesen und GedichtAllüberall ist Firnelicht,

Das große stille Leuchten.

Was kann ich für die Heimat tun,

Bevor ich geh' im Grabe ruhn?

Was geb' ich, das dem Tod entflieht?

Vielleicht ein Wort, vielleicht ein Lied,

Ein kleines stilles Leuchten!

<Bgl. Nr. »S.>

92. Futzreise.

Von Eduard Mörikc.

Am frischgeschnittnen WanderstabWenn ich in der FrüheSo durch die Wälder ziehe,

Hügel auf und ab:

Dann, wie's Vögelein im LaubeSinget und sich rührt,

Oder wie die goldne Traube

Wonnegeister spürt

In der ersten Morgensonne:

So fühlt auch mein alter, lieberAdam Herbst- und Frühlingsfieber,Gottbeherzte,

Nie verscherzte