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Teneriffa.
Stadt in einem Garten Brotfruchtbäume und Zimmetbiiume gepflanztwürden. Der Anbau des Kasfeebaumes gelang nicht auf gleiche Art.Es ist wahrscheinlich, daß einige lokale Umstände, vielleicht die Be-schaffenheit des Bodens und der Winde, welche während des Blühenswehen, die Ursache dieser Erscheinung sind.
Um von der Stadt Laguna an die westliche Küste von Teneriffazu gelangen, durchwandert man zuerst eine bergige, mit einem schwarzenund tonigen Erdreich bedeckte Gegend, worin man hie und da kleineKristalle von Augit antrifft. Das Wasser löst diese Kristalle wahr-scheinlich von dem benachbarten Felsen ab, wie zu Frascati bei Rom.
Wenn man in dem Tal von Tacoronte hinabsteigt, kommt manin jenes herrliche Land, von welchem die Reisenden aller Nationenmit so vielem Enthusiasmus gesprochen haben. Ich habe unter derheißen Zone Gegenden gefunden, wo die Natur noch majestätischerund reicher in der Entwicklung organisierter Formen ist; aber nach-dem ich die Ufer des Orinoko, die Kordilleren von Peru und dieschönen Täler von Mexiko durchwandert habe, bekenne ich, nirgendsein mannigfaltigeres, anziehenderes und in der Berteilung der Massenvon Grün und Felsen harmonischeres Gemälde gesehen zu haben.
Die Küste der See ist mit Dattel- und Kokosbäumen geschmückt.Höher oben kontrastieren Gruppen von Mnsa mit Drachenbäumen,deren Stamm man mit Recht dem Körper einer Schlange verglichenhat. Die Abhänge sind mit Reben bepflanzt, welche ihre Ranken anden hohen Geländern ausbreiten. Orangenbäume, mit Blumen be-laden, Myrten und Zypressen umgeben die Kapellen, welche dieFrömmigkeit auf einzeln stehenden Hügeln errichtet hat. Ueberall sinddie Grundstücke durch Hecken von Agave und Kaktus voneinandergeschieden. Eine unzählige Menge von kryptogamischen Pflanzen, be-sonders von Farnkräutern, bedecken die durch kleine Quellen eines klarenWassers befeuchteten Mauern. Im Winter, während der Vulkan mitSchnee und Eis bedeckt ist, genießt man in dieser Gegend eines be-ständigen Frühlings. Im Sommer verbreiten die Seewinde am Abendeine sanfte Kühlung. Die Bevölkerung dieser Küste ist sehr bedeutendund scheint es noch mehr zu sein, weil die Häuser und Gärten von-einander entfernt sind, wodurch die Schönheit der Gegend noch ver-mehrt wird. Unglücklicherweise entspricht.der Wohlstand der Einwohnernieder den Anstrengungen ihres Fleißes, noch den Borzügen, womit dieNatur diese Gegend überhäuft zu haben scheint. Diejenigen, welchedas Feld bebauen, sind im allgemeinen nicht die Eigentümer; dieFrucht ihrer Arbeit gehört dem Adel, und die nämlichen Feudalrechte,welche so lange das Elend über ganz Europa verbreiteten, hindernnoch das Glück des Volkes anf den kanarischen Inseln.