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Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten der Schweiz / von Jakob Bächtold
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295
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Aus dem Cid.

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Den Cid an den Beinen trug,Durchgenäht mit goldnen KreuzenWar die Kleidung; ihm am Halse,Eingefaßt mit der Devise,

Wellenförmig hing sein Schild.

Von gemaltem PergamenteStand ein Helm ihm aus dem Haupte.Ganz in Eisen eingekleidetSchien er da auf seinen» Roß,

In der Rechten die Tizona.

Neben ihm zu einer SeiteGing Jeronymo, der Bischof,

An der andern ging Eil Diaz;

Beide führten den Babieca,

Der sich seines Herrn erfreute,

Der noch einmal auf ihm saß.

Sacht geöffnet ward die Pforte,

Die hin gen Castilien führet,

Trabethor wird sie genannt;

Durch sie zog Pedro BermudesMit erhobner Fahne CidS,

Neben ihm vierhundert Ritter,

Zur Bedeckung ihr, voran.

Jetzt nun folgete Cids Leiche,

Hundert Ritter um sie her;

Hinter ihr Doüa Chimene,

Wohlbegleitet von sechshundertEdeln Männern, ihrem Schutz.

Schweigend ging der Zug und langsam,Leis', als wären es kaum zwanzig;

Aus Valencia waren alleLängst schon, als der Tag anbrach.

Alvar Faücz »var der Erste;

Wütend stürzt er auf die Mauren,

Die Bucar hieher gelagert;

Ungeheuer war die Zahl.

Traf zuerst auf eine schwarzeMohrin, die aus türk'schem BogenGift'ge Pfeile tödlich schoßAlso meisterhaft, daß man sieEinen Stern des Himmels nannte;Sie und ihre Schwestern alle,Hundert schwarze Weiber, streckteAlvar Fakiez in den Staub.

Dies gesehn, erschraken alleScchsuuddreißig Mohrenkön'ge;Furchterblasset stand Bucar.

Wohl sechshundcrttausend RitterDünkt ihnen das Heer der Christen,Alle weiß und hell wie Schnee.

Und der schrecklichste vor allen,Reitend vor auf weißem Rosse,Größer als die andern alle,

In der Hand ein' weiße Fahne,

Auf der Brust ein sarbicht Kreuz;Sein Schwert glänzete wie FeuerAls er anlangt bei den Mauren,Breitet ringsum er den Tod.

Alle fliehen nach den Schiffen,

Viele stürzen sich ins Meer.

Wohl zehntausend waren ihrer,

Die die Schiffe nicht erreichten,

Die des Meeres Flut verschlang.

Von den Mohrenkön'gen bliebenZwanzig; nur Bucar entrann.

Also siegt' auch nach dem Tode,Weil San-Jago ihm voranging,

Cid; gewonnen ward an BeuteGroßer Reichtum; alle ZelteVoll von Golde, voll von Silber;Auch der Aermste wurde reich.

Sodann setzten nach den» WillenCids die freundlichen BegleiterNach Sän Pedro de CardeäaRuhig ihre Reise fort.