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Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten der Schweiz / von Jakob Bächtold
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Salas y Gomcz.

10. Ein zweiter Stoß, ein dritter krachend aus

Den Fugen riß das Plankenwerk; die WelleSchlug schäumend ein und endete den Graus.

11. Verlorner Schwimmer in der Brandung Schwelle,

Noch rang ich jugendkräftig mit den WogenUnd sah noch über mir die Sternenhelle.

12. Da fühlt' ich in den Abgrund mich gezogen,

Und wieder aufwärts fühlt' ich mich gehobenUnd schaute einmal noch des Himmels Bogen.

13. Dann brach die Kraft in der Gewässer Toben;

Ich übergab dem Tod mich in der TiefeUnd sagte Lebewohl dem Tag dort oben.

14. Da schien mir, daß in tiefem Schlaf ich schliefe

Und sei mir aufzuwachen nicht verliehen,

Obgleich die Stimme mir's im Innern riefe.

15. Ich rang, mich solchem Schlafe zu entziehen,

Und ich besann mich, schaut' umher und fand,

Es habe hier das Meer mich ausgespieen.

16. Und wie im Todesschlaf ich auferstand,

Bemüht' ich mich, die Höhe zu ersteigen,

Um zu erkunden dies mein Rettnngsland.

17. Da wollten Meer und Himmel nur sich zeigen,

Die diesen einsam nackten Stein umwanden,

Dem nackt und einsam selbst ich fiel zu eigen.t8. Wo dort mit voller Wut die Wellen branden,

Auf fernem Riffe war das Wrack zn sehen,Woselbst es lange Jahre noch gestanden,

19. Mir unerreichbar! Und des Windes Wehen,

Der Strom entführen seewärts weiter fortDes Schisfbrnchs Trümmer, welcher dort geschehen.

20. Ich aber dachte:Nicht an solchem Ort

Wirst lange die Gefährten du beneiden,

Die früher ihr Geschick ereilte dort."

21. Nicht also, mich, es will nur mich vermeiden!

Der Bügel Eier reichen hin allein,

Mein Leben zu verlängern und mein Leiden.

22. Selbander leb' ich so mit meiner Pein

Und kratze mit den scharfen MuschelscherbenAuf diesen mehr als ich geduld'gen Stein:

Ich bin noch ohne Hoffnung, bald zu sterben."