Der Tod des Führers.
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80 . Der Tod des Mhrers
Von Ferdinand Freiligrath.
1. „Von den Segeln tropft der
-Nebel;
Auf den Buchten zieht der Duft.Zündet die Latern' am Mäste!Grau das Wasser, grau die Luft.TotenwetterI — Zieht die Hüte!--.Mit den Kindern kommt und Fraun^Betet! Denn in der Kajüte .Sollt ihr einen Toten schaun!"
2. Und die deutschen AckersleuteSchreiten dem aus Boston nach,Treten mit gesenktem Haupte
In das niedre Schisfsgemach.
Die nach einer neuen HeimatFerne steuern übers Meer,
Sehn im Totenhemd den Alten,Der sie führte bis hierher;
3. Der aus leichten Tannen-Zimmerte den Hüttenkahn, sbretternDer vom Neckar sie zum RheineTrug, vom Rhein zum Ozean;Der, ein Greis, sich schweren HerzensLosriß vom ererbten Grund;
Der da sagte: „Laßt uns ziehen!Laßt uns schließen einen Bund!"
4. Der da sprach: „Brecht auf
nach Abend!
Abendwärts glüht Morgenrot;Dorten laßt uns Hütten bauen,Wo die Freiheit hält das Lot!Dort laßt unsern Schweiß uns säen,Wo kein totes Korn er liegt;
Dort laßt uns die Scholle wenden,Wo die Garben holt, wer pflügt!
5. Lasset unsern Herd uns tragenIn die Wälder tief hinein!
Lasset mich in den SavannenEuren Patriarchen sein!
Laßt uns leben, wie die HirtenIn dem Alten Testament!
Unsers Weges FeuersäuleSei das Licht, das ewig brennt!
6. Dieses Lichtes Schein vertrau'
ich;
Seine Führung führt uns recht.Selig in den Enkeln schau' ichEin erstandenes Geschlecht.
Sie — ach, diesen Gliedern gönnteNoch die Heimat wohl ein Grab!Um der Kinder willen greif' ichHoffend noch zu Gurt und Stab!
7. Auf darum und folgt aus
Gosen
Der vorangegangnen Spur!" —Ach, er schauete gleich Mosen, -Kanaan von ferne nur.
Auf dem Meer ist er gestorben;Er und seine Wünsche ruhn;
Der Erfüllung und der TäuschungIst er gleich enthoben nun.
8. Ratlos die verlaßne Schar
jetzt,
Die den Greis bestatten will.Scheu verbergen sich die Kinder;Ihre Mütter weinen still.
Und die Männer schaun beklommenNach den fernen Uferhöhn,
Wo sie fürder diesen FrommenNicht mehr bei sich wandeln sehn.
9. „Von den Segeln tropft der
Nebel;
Auf den Buchten zieht der Duft.