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Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten der Schweiz / von Jakob Bächtold
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Migiwn. Venedig.

3. Doch hängt mein ganzes Herz an dir,Du graue Stadt am Meer;

Der Jugeud Zauber für und fürRuht lächelnd doch auf dir, auf dir,

Du graue Stadt am Meer.

104. Mtgnon.

Von Johann Wolsgang Goethe.

1. Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,

Im dunkeln Laub die Goldorangen glühn,

Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,

Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht?

Kennst du es wohl?

Dahin! Dahin

Möcht' ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn!

2. Kennst du das Haus? Auf Säulen ruht sein Dach;ES glänzt der Saal; es schimmert sein Gemach;

Und Marmorbilder stehn und sehn mich an!

Was hat man dir, du armes Kind, getan?

Kennst du es wohl?

Dahin! Dahin

Möcht' ich mit dir, o mein Beschützer, ziehn!

3. Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg?

Das Maultier'sucht im Nebel seinen Weg;

In Höhlen wohnt der Drachen alte Brüt;

Es stürzt der Fels und über ihn die Flut.

Kennst du ihn wohl?

Dahin! Dahin

Geht unser Weg! O Vater, laß uns ziehn!

t«5. Benedtg.

Von Martin Greif.

1. Venedig steigt mit den Sternen;Da hebt es auf einmal groß

Sein Haupt aus dem MeeresschohUnd winkt in die dämmernden Fernen.

2. Voran der verschwiegene Zeuge,Der stolze Dogenpalast,

Wie strahlt er in eigenem Glast,

Als ob noch die Welt sich ihm beuge.

3. Gewaltig die Mauern ragen;Es rühmt sich jeder SteinIm webenden MondenscheinDer Kunde von mächtigen Tagen.