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Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten der Schweiz / von Jakob Bächtold
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Der Antritt des neuen Jahrhunderts.

40 Eine Schwester besorget den Gurten, der schwerlich zur Wildnis,Deine Wohnung romantisch und feucht zu umgeben, verdammt ist,Sondern, in zierliche Beete geteilt, als Vorhof der KücheNützliche Kräuter ernährt und jugendbeglückende Früchte.Patriarchalisch erzeuge so selbst dir ein kleines, gedrängtes45 Königreich, und bevölkre dein Haus mit treuem Gesinde!

Hast du der Töchter noch mehr, die lieber sitzen und stilleWeibliche Arbeit verrichten, da ist's noch besser; die NadelRuht im Jahre nicht leicht; denn, noch so häuslich im Hause,Mögen Sie öffentlich gern als müßige Damen erscheinen.

50 Wie sich das Nähen und Flicken vermehrt, das Waschen und Bügeln,Hundertfältig, seitdein in weißer arkadischer HülleSich das Mädchen gefällt, mit langen Röcken und SchleppenGassen kehrt und Gärten, und Staub erreget im Tanzsaal!Wahrlich! wären mir nur der Mädchen ein Dutzend im Hanse,

55 Niemals wär' ich verlegen um Arbeit; sie machen sich ArbeitSelber genug; es sollte kein Buch im Laufe des JahresUeber die Schwelle mir kommen, vom Bücherleiher gesendet!

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134. Der Antritt des neuen Jahrhunderts.

Von Friedrich Schiller.

1. Edler Freund!' wo öffnet sich dem Frieden,Wo der Freiheit sich ein Zufluchtsort?

Das Jahrhundert ist im Sturm geschieden,

Und das neue öffnet sich mit Blord.

2. Und das Band der Länder ist gehoben,

Und die alten Formen stürzen ein;

Nicht das Weltmeer hemmt des Krieges Toben,Nicht der Nilgott und der alte Rhein.

3. Zwo gewalt'ge Nationen ringenUm der Welt alleinigen Besitz;

Aller Länder Freiheit zu verschlingen,

Schwingen sie den Dreizack und den Blitz.

4. Gold muß ihnen jede Landschaft wägen,

Und wie Breunus in der rohen ZeitLegt der Franke seinen ehrnen DegenIn die Wage der Gerechtigkeit.

' Wahrscheinlich Wilhelm von Humboldt.