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Aus Shakespeares Julius Cäsar.
Ich will, was Brutus sprach, nicht widerlegen,
Ich spreche hier von dem nur, was ich weiß.
Ihr liebtet all ihn einst, nicht ohne Grund;
- Was für ein Grund wehrt euch, um ihn zu trauern?
v—. O Urteil, du entflohst zum blöden Vieh,
. Der Mensch ward unvernünftig! — Habt Geduld!
Mein Herz ist in dem Sarge hier beim Cäsar,
Und ich muß schweigen, bis es mir zurückkommt.
Erster Bürger. Mich dünkt, in seinen Reden ist viel Grund.Zweiter Bürger. Wenn man die Sache recht erwägt, ist CäsarnGroß Unrecht widerfahren.
Dritter Bürger. Meint ihr, Bürger?
Ich fürcht', ein Schlimmrer kommt an seine Stelle.
Vierter Bürger. Habt ihr gehört? Er nahm die Krone nicht;
Da sieht man, daß er nicht herrschsüchtig war.
Erster Bürger. Wenn dem so ist, so wird es manchem teuerZri stehen kommen.
Zweiter Bürger. Ach, der arme Mann!
Die Augen sind ihm feuerrot voin Weinen.
Dritter Bürger. Antonius ist der bravste Mann in Rom.Vierter Bürger. Gebt acht, er fängt von neuem an zu reden!Antonius. Noch gestern hätt' umsonst dem Worte CäsarsDie Welt sich widersetzt; nun liegt er da,
Und der Geringste neigt sich nicht vor ihm,
O Bürger! strebt' ich, Herz und Mut in euchZur Wut und zur Empörung zu entflammen,
So tät ich Cassius und Brutus unrecht,
Die ihr als ehrenwerte Männer kennt.
Ich will nicht ihnen unrecht tun, will lieberDem Toten unrecht tun, mir selbst und euch,
Als ehrenwerten Männern, wie sie sind.
Doch seht dies Pergament mit Cäsars Siegel!
Ich fand's in seinem Schrank, sein letzter WilleVernähme nur das Volk dies Testament(Das ich, verzeiht mir, nicht zu lesen denke),
Sie gingen hin und küßten Cäsars WundenUnd tauchten Tücher in sein heil'ges Blut,
Ja, bäten um ein Haar zum Angedenken,
Und sterbend nennten sie's im TestamentUnd hinterließen's ihres Leibes ErbenZum köstlichen Vermächtnis.