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Lesebuch für die zweite Stufe der Sekundarschule / hrsg. von der kantonalen st. gallischen Sekundarlehrer-Konferenz
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And den Gürtel wirft er, den Mantel weg,

And alle die Männer umher und FrauenAuf den herrlichen Jüngling verwundert schauen.

5. And wie er tritt an des Felsen HangAnd blickt in den Schlund hinab,

Die Wasser, die sie hinunterschlang,

Die Eharybde jetzt brüllend wiedergab,

And wie mit des fernen Donners GetoseEntstürzen sie schäumend dem finstern Schoße.

6. And es wallet und siedet und brauset und zischt,

Wie wenn Wasser mit Feuer sich mengt;

Bis zum Himmel spritzet der dampfende Gischt,

And Flut auf Flut sich ohn' Ende drängtAnd will sich nimmer erschöpfen und leeren,

Als wollte das Meer noch ein Meer gebären.

7. Doch endlich, da legt sich die wilde Gewalt,

And schwarz aus dem weihen SchaumKlafft hinunter ein gähnender Spalt,

Grundlos, als ging's in den Höllenraum,

And reißend sieht man die brandenden WogenHinab in den strudelnden Trichter gezogen.

8. Jetzt schnell, eh' die Brandung wiederkehrtDer Jüngling sich Gott befiehlt,

And ein Schrei des Entsetzens wird rings gehört,

And schon hat ihn der Wirbel hinweggespült,

And geheimnisvoll über dem kühnen SchwimmerSchließt sich der Machen; er zeigt sich nimmer.

9. And stille wird's über dem Wasserschlund,

In der Tiefe nur brauset es hohl,

And bebend hört man von Mund zu Mund:Hochherziger Jüngling, fahre wohl!"

And hohler und hohler hört man's heulen,

And es harrt noch mit bangem, mit schrecklichem Weilen.