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5. In Mainz als Feind zu rückenReiht mich kein Höllenteufel fort,
Betret' ich dort die Brücken,
So sei mir Hand und Schlund verdorrt!
Richt dürft ich mich bezechenMit frommen Ehristenleuten mehr!
Mein Waffen lieber brechen,
Als brechen Eid und Mannesehr!
3. „La, la," kirrt Eonde, „fernerDient Ihr um Doppel-Tripellohn."
Da bricht vorm Knie der BernerIn Stücke krachend fein Sponton,
Dem Prinzen wirft zu FühenDie beiden Trümmer er und spricht:
„Den König laß ich grüßen,
Das deutsche Reich befehd' ich nicht!" E. F. Meyer.
111. Fraubrunnen.
Der 3. März 1798 lief ab ohne Kanonendonner, aber Gerüchtekamen, Freiburg fei über und Solothurn; die Stadt Büren sei ver-brannt; die Herren wollten das Land übergeben ohne Krieg. DiesesGerücht entzündete furchtbaren Zorn, soweit es kam. Da wollten5 sie doch auch noch dabei sein, sagten die Bauern; aber erst müßtendie Schelme an den Tanz, die Dinge verkauften, welche ihnen nichtgehörten. Gegen Abend wollte man Soldaten gesehen haben, dievon Wynigen kommend quer durchs Tal gegangen seien. Die sollengesagt haben, sie kämen von Weißenstein, und alles sei aus; die einen10 hätten kapituliert, die andern seien sonst auseinander gegangen, unddie Franzosen würden da sein, ehe man daran denke.
Dieser Bericht ging mit Blitzesschnelle durch das ganze Tal undregte alles auf; aber wie ein Blitz verschwand er auch; am Endewußte man nicht, wer die Soldaten gesehen hatte; man wußte nicht15 mehr, waren es eigentliche Soldaten gewesen oder Spione, welchedas Land auskundschaften sollten; denn es seien viel Deutsche bei denFranzosen, hieß es, die akkurat gleich redeten, wie man hier rede, undüberhaupt beschaffen seien wie andere Menschen. Diese Nachrichthinterließ nichts als vermehrte Unschlüsfigkeit; man wußte nicht, sollte