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Lesebuch für die zweite Stufe der Sekundarschule / hrsg. von der kantonalen st. gallischen Sekundarlehrer-Konferenz
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9. Wie ein Lichtstreif durch den Nebel es blitzt,

Kein Meiter mehr im Sattel sitzt,

Das fliehende Tier, es dampft und raucht,

Sein Weih ist tief in Not getaucht.

10. Der Sattel blutig, blutig die Mähn',

Ganz Schweden hat das Votz gesehn;

Auf dem Felde von Lätzen am selben Tag

Gustav Adolf in seinem Blute lag. Theodor Fontäne.

120. Schloß Eger.

ß ärmend im Schloß zu EgerAber dem AngarweinSitzen die WürdenträgerHerzogs Wallenstein:

Tertschka, des Feldherrn Schwager,Jllo und Kinsky dazu,

Ihre Heimat das Lager,

And die Schlacht ihre Muh.

2. Lustig flackern die Kerzen;

Aber der Tertschka spricht:

Ist mir's Nacht im Herzen,

Oder vor'm Gesicht?

Diese Lichter leuchtenWie in dunkler Gruft,

And die Wände, die feuchten,Hauchen Grabeslust."

3. Feurig funkelt der Anger;

Aber der Kinsky spricht:

Draußen bei Frost und HungerSchüttelte so mich's nicht,

Hielte lieber bei LätzenWieder in Qualm und Nauch;Wolle Gott uns schützen,

Oder der Teufel auch."

4. Jllo nur, Herz wie KehleHält er bei Laune sich,

Dicht ist seine SeeleGegen Hieb und Stich,

Trägt ein BüffelkollerWie sein Körper traunLustiger und tollerWar er nie zu schaun.

2. And vom Trunke heiserKreischt er jetzt und lacht:

Das erst ist der Kaiser.

Wer den Kaiser macht;

Eid und Treue brechen,

Taten wir's allein?

Hoch der König der Tschechen,Herzog Wallenstein!"

6. Burg- und Schloß-BewohnerMuhen .... Da sieh, in Stahl,Buttlersche DragonerDringen in den Saal;

Buttler selbst, im Helme,

Tritt an den Jllo:Sprich,

Seid Ihr Schurken und Schelme,Oder gut kaiserlich?"