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Blutroter Dampf umgibt uns, ein Regenguss von glühendenRunken hagelt herab und fängt auch da zu fallen an, wo wirstehen. Durch das Getöse des Feuers hindurch ruft meinFührer mir ins Ohr, dass jetzt ein neuer Prozess vor sich gehensoll. Bei dem Durchblasen wird nämlich der Stahl allzusehr vornKohlenstoff gereinigt; etwas Kohle muss er enthalten, um ge-hämmert werden zu können. Deshalb steht auf dem gemauertenAbsatz neben uns ein anderer, viel kleinerer Ofen, in dem kohlen-haltiges Eisen in kleinen Mengen zum Schmelzen gebracht unddurch eine feuerfeste Rinne in die Bessemerbirne hinabgegossenwird. — So, jetzt geschieht es eben: das Durchblasen hört auf,der Spund an den kleinen Oefen wird abgeschoben, und wieein kleiner, silberblauer Bach rieselt nun das flüssige Metall,von sprühenden Funken umgeben, dicht an uns vorbei und ver-schwindet in dem Rachen der Bessemerbirne, der vorn Meisterdicht unter die Mündung der Rinne eingestellt ist. Der Besse-merstahl ist fertig, und wir eilen über fliegende Brüchen aufdie andere Seite der Halle hinüber, um den Ofen ausleeren zusehen.
Wir blichen von dort aus gerade in dessen feuerroten Schlundhinein, aus dem der Stahl ausströmt wie ein blendend silber-weisser Fluss, auf dessen Oberfläche die Schlacken wie himmel-blaue Eisschollen schwimmen. Der Tiegel, der von einem Riesen-kran unter die Mündung der Bessemerbirne gebracht ist, wirdangefüllt von siedendem und kochendem Stahl, der wie einsilberklarer Fluss zu strömen fortfährt. Das Licht, das von demgeschmolzenen Metall ausgeht, ist so stark, dass ich einen Nebelvor den Augen habe, als ich ein paar Notizen in mein Taschen-buch machen will: ich kann die weissen Blätter des Buches nichtsehen, und ich kann die Schriftzeichen nicht sehen, die ich auf-kritzle. Es träufelt Feuer über die gefüllte Form herab, und vonderen Oberfläche, die schnell gerinnt, steigen kleine Dampf-säulen auf.
Endlich ist der Ofen ausgeleert, der Tiegel wird fortge-schoben und die Birne ganz herumgedreht, so dass die letztengoldigroten Schlacken auf den Fussboden niederträufeln, wo dieArbeiter sie mit Strahlen kalten Wassers überspritzen.
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