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seiner Kunstgeschichte gar nicht vorkam, weder in Hellas, nochanderswo — es war offenbar ein barbarischer Bau, wie dennja auch keinerlei Verzierung daran, ausser dem kleinen Stadt-wappen über der Tür und ein paar Gittern vor den Fenstern5 — welchen Stiles? — darauf hinwies, dass dies ein städtischer„Monumentalbau“ sei.
Das Spital bot auch keinerlei Kunst, ein einfacher Fachwerk-bau, weiss getüncht, mit rotem Holzwerk, mit einem Türmchenunbestimmbaren Stils. Und die Bürgerhäuser, selbst die der10 angesehensten Familien — ach du lieber Himmel, was die altenGriechen, was Raffael oder Michelangelo wohl darüber gedachtund gelacht haben würden!
Da ereignete sich eines Tages etwas sehr Merkwürdiges.
Ein Fremder kam über den Platz her gerade auf sein15 Handelshaus zu, guckte es einen Augenblick scharf an, richteteeinen kleinen photographischen Handapparat drauf und knipste.Nachdem er alsdann etwas in ein Notizbuch gekritzelt, trat erzur Verwunderung unseres jungen Freundes in den Laden undbat um Erlaubnis, im Laden eben einmal einen neuen „Film“20 einsetzen zu dürfen, was unser Freund natürlich mit dem grösstenVergnügen zu gestatten sich beeilte. Interessiert schaute er denHandgriffen des Fremden zu, da er einen solchen Apparat nochnie aus der Nähe gesehen hatte. Der Fremde schien ein um-gänglicher Mensch, daher wagte der junge Mann die Frage: ob25 der Herr hier wohl photographiere — ärgerte sich natürlich gleichüber die Dummheit und fügte hinzu, ob er sich erlauben dürfe,zu fragen, was er photographiere.
„Offen gestanden,“ sagte der Fremde, „am liebsten photo-graphierte ich hier gar nicht, sondern steckte Ihre nette alte30 kleine Stadt mit all ihren famosen Häuserchen, nachdem ich alldie verehelichen Herrschaften, die drinn wohnen und alles gottes-sträflich verwahrlosen lassen, herausgeschüttelt, in die Tasche,und stellte sie bei mir im Atelier wieder auf! Da ich das abernicht kann, photographiere und skizziere ich mir halt alles.“
35 „Weshalb photographieren Sie denn unsre Häuser, es sollwohl neue Ansichtspostkarten geben?“