Buch 
Weltgeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen in methodischer Anordnung / von Rudolf Luginbühl
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Vorwort.

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die ihnen nicht zukäme, wenn sie vom rein historischen Standpunkt ausbetrachtet und mit andern in Proportion gesetzt würden. Wenn der aus-tretende Schüler die Geschichte bis auf die Gegenwart herab kennt, sohat er ein ungleich größeres Interesse, sie weiter zu verfolgen, als wenner sie vielleicht bloß bis ins 18 . Jahrhundert verfolgt hat. Leider kenntmancher junge Mensch keinen andern Lesestoff als Zeitungen, welche dieKenntnis der jüngsten Vergangenheit voraussetzen. Geht ihm diese ganz ab,so wird ihm das Verständnis erschwert und schließlich auch noch dieseLektüre ganz verleidet, während er sich im umgekehrten Fall zu ver-mehrtem Studium angetrieben fühlt.

Das Kulturgeschichtliche wurde gebührend berücksichtigt. Alsbeschreibendes Element bietet es gegenüber dem erzählenden eine belebendeAbwechslung. Nicht nur wurden den Kulturzuständen des Mittelaltersund den bei dessen Ausgang gemachten Erfindungen besondere Abschnittegewidmet, sondern es sind in jedes Bild kulturhistorische Notizen eingestreutworden. Auch sind diejenigen Erfindungen, die unserer Zeit ein ganzeigenartiges Gepräge geben, vorgeführt, so diejenige der Dampfmaschineund deren Anwendung aus die Schiffahrt und die Eisenbahnen, der Elek-tricität und des Magnetismus, der Industrie und der Volksschule.

Soll der Unterricht vom Leichtern zum Schwerern fortschreiten,so darf auch der Geschichtsunterricht nicht immer bei der biographisch-rese-rierenden Form stehen bleiben, sondern muß sich allmählich der pragma-tischen und schließlich der genetischen Darstellung nähern. Nach dem bis-her Gesagten könnte man glauben, das Buch wäre eine Weltgeschichte inBildern; das ist es nicht, aber noch viel weniger ein Leitfaden; erstereswäre es zwar für den ersten und zweiten Teil, wenn nicht in den einleitendenund abschließenden Abschnitt der meisten Bilder die Kontinuität derhistorischen Entwicklung berücksichtigt wäre; ein Leitfaden wäre der dritteTeil zu nennen, wenn er nicht für einen solchen gerade in den Haupt-ereignissen zu ausführlich gehalten wäre. Indem das vorliegende Buchweder ausschließlich eine Weltgeschichte in Bildern, noch ein Leitfaden seinwill, hofft es in sich eine Verbindung mehrerer, zum Teil heterogenerPrinzipien darzustellen, um dadurch den Unterricht in der Weltgeschichte,an Schulen mit relativ abschließendem Unterricht progressiv und möglichstinstruktiv zu gestalten, so daß er nicht bloß eine Erregung der Neugierde,sondern eine Befriedigung der Wissensbegierde, eine eigentliche Charakter-schule sei. Meines Erachtens darf ein Lehrbuch, dessen letzte Seiten andie Denkkraft der Schüler die gleichen Anforderungen stellen wie die ersten,