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Weltgeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen in methodischer Anordnung / von Rudolf Luginbühl
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I. Der trojanische Krieg.

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und schleppte ihn in sein Lager. Priamus sah von einem Turme herabdem grausigen Schauspiel zu. Der Tod seines tapfersten Sohnes brachihm beinahe das Herz. Als dann Achilleus seinen Freund Patroklusfeierlich bestattet hatte, machte sich Priamus bei einbrechender Nacht auf,fuhr nach dem Zelte des Achilleus und bat ihn unter Thränen um denLeichnam seines Sohnes. Die Bitte wurde ihm gewährt. Er brachtedie teure Leiche nach der Stadt zurück und begrub sie ehrenvoll. Balddarauf erreichte der Tod auch den Achilleus. Päris durchbohrte ihn miteinem Pfeile.

3. Die Gesireenng Tvafas. U) Die Griechen wurdender langen Belagerung überdrüssig und sehnten sich nach der Heimat; dennschon zehn Jahre dauerte der Kampf um Troja. Da es ihnen nicht ge-lungen war, durch Gewalt der Stadt Herr zu werden, versuchten sie es aufRat des Odysseus mit List. Sie bauten ein riesengroßes Pferd, in dessenBauch sich dreißig der tapfersten Griechen bargen. Hierauf verbranntensie ihr Lager und segelten ab. Die Trojaner glaubten, das Ende derBelagerung sei gekommen. Jung und alt strömte freudig hinaus. Neu-gierig umstanden sie das Pferd. Ein listiger Grieche ließ sich fangen;sie bestürmten ihn mit Fragen. Er gab ihnen vor, das Pferd sei einSühnopfer der Griechen für die beleidigte Stadtgöttin Trojas; käme esunversehrt hinein, so werde die Stadt unüberwindlich sein; damit diesaber nicht geschehe, hätten sie es so groß gebaut. Die Trojaner glaubtenihm. Sie zogen es nach der Stadt, rissen, da das Thor zu enge war,einen Teil der Mauer ein und brachten es jubelnd auf die Burg. Allefreuten sich unaussprechlich über den Wegzug der Griechen und feiertenihn in festlichen Gelagen. Doch furchtbar war die Nacht. Ii) Alsdie Trojaner in tiefem Schlafe lagen, krochen die dreißig Männer ausdem Pferd heraus, stachen die Thorwächter nieder und ließen das grie-chische Heer, das nur zum Schein abgesegelt war, herein. Zu spät ge-wahrten die Trojaner die List. Wer von ihnen nicht unter dem Schwertsiel, der kam in den Flammen oder unter den Trümmern der Stadt um.Auch Priamus mit seinen Söhne» fiel; seine Frau und Töchter wurdenals Sklavinnen fortgeschleppt. Das stolze Troja oder Jlion war nicht mehr.

4. Die Irrfahrten des Gdrhfens. u) Reich mitBeute beladen kehrten die Griechen nach der Heimat zurück. Aber dieStürme setzten ihnen furchtbar zu. Das härteste Schicksal hatte Odysseuszu erdulden. Aus den größten Gefahren aber rettete er sich durch seineList. Auf seinen Irrfahrten geriet er mit 12 Gefährten in die Felsen-höhle des Cyklopen (einäugigen Riesen) Polyphtzm. Wohl schloß siedieser mit gewaltigem Blocke zu, damit ihm die Fremdlinge nicht ent-rinnen konnten und verzehrte deren vier; Odysseus machte ihn betrunken,blendete den Schlafenden und rettete sich und seine Gefährten, indem siesich geschickt unter die Schafe banden und das Meer erreichten. I») Als