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Weltgeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen in methodischer Anordnung / von Rudolf Luginbühl
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II. Lykurg. 800 v. Chr. Solon. 59t v. Chr. 3

er einst auf seinem Schiff zwischen Charybdis und Scylla durchfuhr,verlor er weitere 6 Genossen. Die Charybdis war ein furchtbarer Strudel,der die Schiffe in die Tiefe zog. Die Scylla hingegen war ein sechs-köpfiges, langhalsiges Ungeheuer, das mit dem Felsen halb verwachsenwar. Odysseus wollte der Charybdis ausweichen, kam aber dabei derScylla zu nahe. Sie streckte ihre 6 Köpfe hervor, packte mit jedem einenGefährten, zerschmetterte und fraß sie. v) Ein andermal trieb seinSchiff nach der Insel der Sirenen. Das waren schone Jungsrauen,welche die Vorüberfahrenden mit lieblichem Gesang zu sich aus Uferlockten. Wer aber ihrer verführerischen Stimme gehorchte, der war desTodes. Sobald sich Odysseus ihnen näherte, verstopfte er seinen Ge-nossen die Ohren mit Wachs, sich selbst aber ließ er an den Mastbaumbinden. Als er nun den Gesang der Sirenen hörte und er seinen Ge-nossen winkte, daß sie ihn losbänden, zogen sie die Stricke, wie er ihnenbefohlen, nur noch straffer an.

5. Gdrsssens Heimkehr. rr) Unterdessen harrte Penö-lope, die Gattin des Odysseus, sehnsüchtig seiner Heimkehr. Von nahund fern kamen Jünglinge und warben um ihre Hand. Sie aber bliebihrem Gatten treu. Die Freier wurden übermütig, richteten sich im Pa-läste des Odysseus ein und verpraßten sein Gut. Sie wollten Penölopenötigen, einen aus ihrer Mitte zum Gatten zu wählen. Um sie hinzu-halten, bat sie dieselben, nur noch so lange zu warten, bis sie ein großesGewand gewirkt hätte. Die Bitte wurde ihr gewährt. Was sie nundes Tags hindurch wob, trennte sie nachts wieder auf. Eine Magd ent-deckte den Freiern die List. Jetzt stieg ihre Zudringlichkeit und ihrÜbermut aufs höchste. d) Aber gerade um diese Zeit landete Odysseusnach jahrelanger Irrfahrt an der Küste Jthakas. Als Bettler verkleidetkam er in seine Heimat und ward unerkannt Augenzeuge des Übermutsder Freier. Penölope versprach endlich demjenigen der Freier ihre Handzu geben, der einen gewaltigen Bogen ihres Gemahls zu spannen ver-möchte. Einer nach dem andern versuchte es; umsonst, keinem der Freiergelang es, wohl aber Odysseus. Mit Entsetzen gewahrten die Freier dieKraft des Bettlers. Dieser wandte sich nun gegen sie und tötete sie.

11. Lykurg. Solon.

800 v. Chr. 594 v. Chr.

1. Gvierhen im crUgemeinen. Das gebildetsteVolk des Altertums waren die Griechen. Sie zerfielen in viele kleine,selbständige Staaten; doch wurden sie durch ein dreifaches Bandzusammengehalten. Alle Griechen bedienten sich nämlich der gleichenSprache, verehrten im allgemeinen die gleichen Götter und kamen inbestimmten Zeiten und Orten zu großen Wettkämpfen zusammen.