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111. Perserkriege. Um 480 v. Chr.
so war derselbe nicht verpflichtet, ihn im Alter zu erhalten. Sowie inAthen die Arbeit, namentlich die bäuerliche, geehrt und nicht verachtetwurde, so wurde auch der Verkehr mit andern Völkern nicht verboten,sondern gesucht. Infolgedessen gab es daselbst auch ein viel regeres, freieresund schöneres Leben als in Sparta.
III. Perserkriege.
Um 480 v. Chr.
1« — n) Das griechische Volk nahm von Jahr zu
Jahr zu. Die Zahl seiner Einwohner war so groß, daß das Land nichtmehr allen Raum bot, und viele zur Auswanderung nötigte. Die Aus-gewanderten siedelten sich namentlich an der Westküste Kleinasiens, inSüditalien und Sicilien an. Diese Pflanzstätten oder Kolonien bliebenaber immer in reger Verbindung mit dem Mutterland. — k>) Nur ungernertrugen die kleinasiatischen Griechen das Joch der Perser. Mit athe-nischer Unterstützung suchten sie sich durch einen Aufstand frei zu machen.Allein er mißlang. Darius, der König der Perser, beschloß, die Athenerfür ihre Teilnahme zu züchtigen und damit zugleich sein Reich zu ver-größern. Er war so sehr von Haß gegen dieselben erfüllt, daß ihm beijeder Mahlzeit ein Sklave dreimal zurufen mußte: „Herr, gedenke derAthener." Es entstand ein Krieg, der beinahe ein halbes Jahrhundertdauerte.
2. Maratt^n. 490 v. Chr. — ».) Der erste persische Feldzuggegen Griechenland mißglückte; dies steigerte den Haß des Darius. Erschickte Boten in die griechischen Staaten, damit sie von ihnen Wasser undErde als Zeichen der Unterwerfung forderten. Alle unterwarfen sich, nurAthen und Sparta nicht. Hier warf man die persischen Gesandten mit denWorten: „Dort nehmt euch nach Belieben!" in Gräben hinein. Dariusward darüber so sehr erzürnt, daß er unverzüglich ein Heer von über100,000 Mann gegen Athen schickte. Es landete an der Ebene vonMarathon, wenige Stunden nordöstlich von Athen. Dieses hatte ihnenbloß 10,000 Mann entgegenzustellen. Ihr Anführer, Miltiades, er-mutigte sie und stellte sie in breitester Front auf, um auf den Seitennicht überflügelt zu werden. Im Laufschritt und mit großem Kriegs-geschrei griffen sie die Perser an. Nach hartem Streite flüchteten sich dieseauf ihre Schiffe. — 1l>) Ein Kämpfer eilte nach Athen, um der Stadt dieKunde von dem herrlichen Sieg zu überbringen. In atemlosem Lauf er-reichte er sie, sank aber beim Ausruf: „Sieg" tot zu Boden. Die per-sische Flotte wollte nun die Stadt Athen überfallen. Miltiades abermerkte ihre Absicht und zog in Eilmärschen mit seinem ermatteten Heerenach Athen, so daß die Perser die Stadt bei ihrer Ankunft bereits be-