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XIII. Mohammed. 622.
ursprünglich schneeweiß war, aber durch die Sünde der Menschen schwarzgeworden sei. Mohammed entschloß sich, eine neue Religion zu stiften,um dadurch die zerstreuten Stämme Arabiens zu einigen.
2. Ulochttnrmed nls Uelirzisnslliftsr. — u) Als
Mohammed in sein 40. Altersjahr ging, zog er sich oft in die Um-gebung seiner Vaterstadt zurück und lebte Tage lang in stiller Einsam-keit. Da hatte er „die gesegnete Nacht." Ein Engel erschien und offen-barte ihm: „Mohammed, dn bist der Prophet Gottes, und ich binGabriel." Als er diese Erscheinung seiner Frau erzählte, glaubte sie anihn. Sein Sklave Zaid folgte ihrem Beispiele und erhielt dafür dieFreiheit. Ali, der Sohn seines Oheims, trat ebenfalls bei. Der hoch-geehrte Abu Bekr, der zeitlebens ein inniger Freund und VerehrerMohammeds war, bewog zehn vornehme Mekkaner znm Glauben an diegöttliche Sendung desselben. Zuerst hielt der Prophet seine Lehre nochgeheim; im Jahre 612 aber trat er öffentlich damit aus. Die Korei-schiten, die Hüter der heiligen Kaaba, fürchteten, daß die alte Religiondurch Mohammed schwer geschädigt werde. Die ganze Stadt verschworsich gegen den Propheten und hob allen Verkehr, Kauf und Verkauf mitihm und seinen Anhängern auf. Aber bereits hatte Mohammed einigeWallfahrer aus Medina für seine Lehre gewonnen. — k>) Als der Druckin Mekka größer wurde, entschloß er sich, heimlich zu entfliehen und beiden Gläubigen in Medina Schutz zu suchen. Seine Flucht fällt aufden 15. Juli 622. Sie heißt Hedschra und ist der Beginn der moham-medanischen Zeitrechnung. In Medina, wo ihn seine Verehrer feierlichstempfingen, vermehrte sich sein Anhang um so rascher, als die Stadt seitMenschengedenken auf Mekka eifersüchtig war. — o) Mohammed richtetenun eine Gemeinde ein. Er bemühte sich die Juden zu gewinnen; erstellte sich als Prophet neben Moses und hieß die Gläubigen beim Ge-bet gegen Jerusalem schauen. Als aber die Juden Spottverse aus ihndichteten, bekämpfte er sie und befahl seinen Anhängern, sich beim Ge-bet nach Mekka zu wenden. Einige Juden aber beraubte er und hieß sieauswandern; später ließ er sogar 600 niedermetzeln, ihre Frauen undKinder aber in die Sklaverei verkaufen. Als Armut die kleine Gemeindein Medina drückte, so überfiel er Karawanenzüge und plünderte sie aus.Nie wohl hätte Mohammed seiner Lehre großen Anhang verschaffen können,wenn er den Kampf für dieselbe nicht als das verdienstlichste allerWerke hingestellt hätte. Er sagte: „Wen die Lehre nicht bekehrt, den be-kehre das Schwert. Das Schwert ist der Schlüssel des Himmels. EinigeTropfen Blut für Gottes Wort vergossen, eine Nacht in Waffen zuge-bracht, ist mehr wert, als zweimonatliches Fasten und Beten. Wer inder Schlacht fällt, wird ein Fürst des Paradieses." Mit seinen Scharenbezwäng er einen Stamm Arabiens nach dem andern. Zwar wurde erauch einigemal geschlagen; doch wußte er schlau die Niederlagen alsFolgen des Ungehorsams seiner Streiter darzustellen. Nicht selten ließ