XIO. Mohmnim-d. 622.
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er seine Gegner hinterlistig ermorden. Auch Mekka glaubte schließlich anseine göttliche Sendung. Kurz vor seinem Tode unternahm er an derSpitze von 140,000 Pilgern eine Wallfahrt nach der heiligen Stadt. —ll) Er starb 632 im Alter von 63 Jahren in Medina. Die Sageerzählt, daß eine Jüdin ihm Gift gegeben habe, um zu sehen, ob er un-sterblich sei. Seine Leiche wurde in der Hauptmoschee der Stadt beige-setzt. Tausende pilgern alljährlich zu der Grabstätte des Propheten.
3. Mohammeds Kehve. — »-) Mohammed baute seineReligion aus christlichen, jüdischen und altarabischen Sitten und Gebräuchenauf. Moses und Christus sind ihm göttliche Gesandte; doch stellt er sichhöher als sie. Er lehrt: Es giebt keinen Gott außer Allah, undMohammed ist sein Prophet. Gott bestimmt, wer von den Menschenzum Glauben und zur Seligkeit gelange, sowie auch, wer im Unglaubenverstockt bleiben und die ewige Verdammnis ernten soll. Der Menschmuß sich deshalb willenlos Gott ergeben. Des Ungläubigen wartet nachdem Tode die Hölle, wo er in ewiger Qual leben muß; des Gläubigendas Paradies, wo ihn unbeschreiblich schöne Gärten, Kleider, Pferde,leckere Speisen, süßer Wein, der ihm auf Erden versagt, eine Bedienungvon 80,000 Sklaven u. a. m. erfreuen. — d) Jeder gläubige Mohamme-daner hat fünf Hauptgebote zu erfüllen: 1. Er unterzieht sich alltäg-lichen Waschungen. 2. Er verrichtet jeden Tag wenigstens fünf Ge-bete, deren Wortlaut ihm vorgeschrieben ist und die er in vorschrifts-mäßiger Stellung, bald liegend, bald kniend oder stehend, aber stets mitnach Mekka gewandtem Antlitz hersagt. 3. Alljährlich hat der Gläubigewährend eines Monats zu fasten, d. i. er enthält sich vom Aufgang
der Sonne bis zu ihrem Untergang jeglicher Speise und jeglichen Ge-
tränkes. Fällt der Fastenmonat auf eine heiße Zeit — denn er istwegen des Mondjahres wandelbar — so wird dem Gläubigen die Er-füllung dieses Gebotes besonders schwer, da er sich von Morgens früh
bis Abends spät jeden Tropfen Wasser versagen muß. 4. Wenigstenseinmal in seinem Leben wallfahrtet der Gläubige nach Mekka, ziehtbeim Betreten des Weichbildes der heiligen Stadt das Pilgergewand an,nähert sich der Kaaba, läuft siebenmal um sie herum und küßt dabeiimmer den heiligen Stein, trinkt vom gesundmachenden Brunnen Zemzem ec..Erst nach Vollendung der wichtigen Cermonien darf er sich scheren lassen.5. Er giebt reichlich Almosen. — e) „Gebet führt auf halbem Wegedem Herrn entgegen, Fasten führt bis an die Thür des Paradieses,Almosen öffnet seine Pforten, das Schwert aber führt zur höchsten Glück-seligkeit." Der Muselmann soll sich nicht bloß der geistigen Getränke ent-halten, sondern auch kein Schweinefleisch essen: er soll auch nicht spielen.Die Vielweiberei ist gestattet. Am Freitag ist öffentlicher Gottesdienst;doch ist der Tag kein Ruhetag. Das heilige Buch heißt Koran; sie selbstnennen sich Muselmänner, d. i. Gläubige, ihre Mönche Derwische. IhreLehre heißt Islam; d. i. Ergebung in Gott, ihr Bethaus Moschee.