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Weltgeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen in methodischer Anordnung / von Rudolf Luginbühl
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xvu. Der erste Kreuzzug. 1096—1099.

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Reise ganz erschöpft waren, wnrden gezwungen, umzukehren, ohne in derheiligen Stadt gewesen zu sein. Andere wurden ausgeraubt oder garinißhandelt und getötet. Immer lauter wurden die Klagen über die Be-drückungen. — e) Aber neben diesen Ursachen gab es noch viele andere.Den Ritter reizte die Lust zu Abenteuern, und der Bauer hoffte, ausseinem Elend erlöst zu werden. — rl) Seit Jahren schon forderten Geist-liche und Mönche die Leute auf, einen Zug nach dem heiligen Lande zuunternehmen. Am meisten that dies der Einsiedler Peter von Annen s.Er ritt auf einen: Esel, barhaupt und barfuß, mit dem Kruzifix in derHand, in schlichtem Pilgergewand, von Ort zu Ort. Die kleine, hagereGestalt mit dem blassen Antlitz und den feurigen Augen machte einentiefen Eindruck. Durch seine hinreißende Beredsamkeit begeisterte er Tau-sende zum Kampf gegen die Ungläubigen. Das Volk verehrte ihn wieeinen Heiligen und pries diejenigen glücklich, welche sein Kleid berührenkonnten. Ja sogar die Haare, welche man seinem Esel ausriß, wurdenals Heiligtümer aufbewahrt. — tz) Diese Begeisterung benutzte der Papstund schrieb auf den Spätherbst 1095 eine große Versammlung nachClermont in Frankreich aus. Mehr als hunderttausend Personen er-schienen. Ergreifend schilderte der Papst die Not der Christen und fordertealle zum Kampfe gegen die Ungläubigen auf. Jedem Teilnehmer ver-sprach er vollkommenen Ablaß. Als er geendet hatte, schallte es tausend-stimmig ihm entgegen: „Gott will es! Gott will es!" Als gemeinsamesZeichen heftete jeder, der mitziehen wollte, ein rotes Kreuz von Tuchauf die rechte Schulter. Daruni hieß er Kreuzfahrer und diese Kriegszüge hießen Kreuzzüge. Die Begeisterung wuchs; beinahe alles wolltemitziehen. Der Fürst verließ sein Schloß, der Ritter seine Burg, derMönch seine Zelle, der Bauer das Feld, der Leibeigene den Herrn, derVater die Kinder; hoch und niedrig reihte sich unter die Kämpfer.

2. Der Zug nurh Jerusalem. — u) Im Spätsommer1096 brachen die Kreuzfahrer auf verschiedenen Wegen nach Konstantinopelauf. Jeder Fürst führte seine Truppen; einen Oberbefehlshaber gab esnicht; doch beanspruchte der päpstliche Gesandte die Oberleitung. Etwa300,000 Mann stark langten sie endlich vor Konstantinopel an. Unterunsäglichen Mühen durchzogen sie Kleinasien. Die Türken umschwärmtensie fortwährend auf ihren leichten Pferden, überfielen kleinere, zerstreuteKreuzfahrertruppen und vernichteten sie. Hunger, Durft, Seuchen unddas ungewohnte Klima setzten vielen Wallfahrern hart zu und bereitetenihnen auf fremder Erde ein Grab. — b) Endlich gelangte das Kreuz-heer vor die reiche, wohlbefcstigte Stadt Antiochia. Als es ihm endlichnach acht Monaten gelang, sie einzunehmen, retteten sich die Feinde aufdie Burg; ein türkisches Entsatzheer von 200,000 Mann kam ihnen zuHilfe. Die Christen gerieten in große Gefahr; denn jetzt waren sie gürtel-artig außen und innen von Feinden bedrängt. Von allen Lebensrnittelnabgeschnitten, litten sie gräßlich Hunger. Gras, Baumrinde, Schuhsohlen