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Weltgeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen in methodischer Anordnung / von Rudolf Luginbühl
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73
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XXIII. Erfindung«!. Jühann Gntenbrrg. 1455.

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verteidigen. Rings um den Haupt- oder Marktplatz erhoben sich pracht-volle Bauten, Kirchen, Rathäuser u. s. w., die noch heute die Bewunde-rung erregen. — I> Die Einwohner der Stadt, deren Ursprung sichmeist von einer Burg herleitete, hießen Bürger. Sie waren entwederfreie oder halbfreie Zinsbauern oder Knechte. Die Freien besetzten dieÄmter und bildeten eine Art Patriciat. Die Städte waren bestrebt,möglichst unabhängig zu werden. Sie selbst wollten ihre Vorgesetzten,den Schultheißen und die Ratsherren wählen, Gerichtsbarkeit, Münz- undZollrecht ausüben. Ihr wichtigstes Recht war das Marktrecht. Dieseserst machte einen ummauerten Ort zur Stadt. Schon frühe gliedertensich ihre Einwohner in Zünste. — e) In Deutschland gab es vieleReichsstädte, die nicht unter der Hoheit eines Landesfürsten oder einesgeistlichen Würdenträgers, sondern direkt unter dem Kaiser standen. Dieserforderte von ihnen die Neichssteuer, gewöhnlich der Einkünfteaus dem Vermögen, Zuzug gegen die Reichsfeinde und den Blutbann,d. i. die höhere Gerichtsbarkeit. Diese Rechte ließ er durch einen vonihm ernannten Reichsvogt ausüben. — <1) Als die kleinen Fürstenimmer gewaltthätiger wurden und das kaiserliche Ansehen mehr undmehr schwand, stärkten sich die Städte durch Bündnisse. Im NordenDeutschlands entstand der Städtebund der Hansa mit Lübeck als Mittel-punkt; derselbe zählte zu seiner Blütezeit 90 Glieder und erstreckte sichvon Flandern bis Esthland. Seine Seemacht übte Jahrhunderte langdie Herrschaft auf den nördlichen Meeren aus.

XXIII. Erfindungen. Johann Gutenberg.

1455.

1. Erfindung des Ksrnpufies. — a) Im Altertumund Mittelalter war die Schiffahrt fast ausschließlich Küstenfahrt. Wennsich etwa kühne Seefahrer auf das offene Meer wagten, so hatten siekeinen andern Führer als die Gestirne; allein bei bewölktem Himmelversagten diese ihren Dienst. — b) Niemand ahnte, daß ein Stückchenschwarzes Eisen, etwa eine Nadel, mit einem Magnetsteine bestrichen, derbeste Wegweiser sein könnte. Eine solche Nadel hat die unschätzbareEigenschaft, beständig nach dem Nordpol zu zeigen. Wenn man aberweiß, wo Norden ist, so lassen sich die andern Himmelsrichtungen mitLeichtigkeit bestimmen. Die Magnetnadel wird freischwebend auf einemfeinen Stahlstift in einem runden Gehäuse angebracht, auf dessen Grundedie Windrose, d. i. ein Stern mit 32 die Windesrichtungen angebendenStrahlen eingezeichnet ist. Die ganze Vorrichtung heißt Kompaß. Esist nicht genau bekannt, wem man diese Erfindung zu verdanken hat,wahrscheinlich den Chinesen. Jetzt war es möglich, große Meerfahrten zu