XXXV. Die französische Revolution. 1789-^1799. 145
genannt wurde. Alle wurden vernichtet. Mantua mußte sich ergeben.Der Sieger überschritt die Alpen und bedrohte Wien. — e) Um sichseinen Rücken zu sichern, suchte er die Republik Venedig zu stürzen.Da diese aber sorgfältig vermied, ihm Anlaß zu Feindseligkeiten zu geben,ließ er durch einige seiner Soldaten Streit anfangen, worauf ihm dieAngegriffenen den Gefallen erwiesen, sich zur Wehre zu setzen und zweider Frechen zu töten, was ihm den gewünschten Anlaß zur Vernichtungder Republik Venedig bot. — 1") Da die Tiroler sich zu erheben undihm den Rückweg abzuschneiden drohten, schloß er den Frieden von CampoFormio, einem Schlosse im Venetianischen. Österreich trat Oberitalien,Belgien und in einem geheimen Artikel auch das ganze linke Rheinuferan Frankreich ab und erhielt dafür Venedig. Die deutschen linksrheinischenFürsten sollten auf dem Kongreß in Ra statt auf dem rechten Ufer ent-schädigt werden. Die Lombardei ward zur cisalpinischen, Genua zurligurischen Republik umgeschaffen. Französische Waffen verwandelten balddarauf die Schweiz in die helvetische, Rom in die römische und Neapelin die parthenopäische Republik.
12. Konapartes Expedition noch Agppten.
1798 und 1799. — k) Jetzt wagte nur noch eine Macht der franzö-sischen Republik zu trotzen, nämlich England, das jener fast alle Besitz-ungen in Ost- und Westindien entrissen hatte. Es zu demütigen, wurdenjetzt in allen französischen Häfen große Rüstungen getroffen. Man wolltedie Engländer glauben machen, man werde eine Landung in ihrem Landeselbst versuchen. Bonaparte aber faßte den abenteuerlichen Plan, Ägyptenzu erobern, um dadurch die Macht Englands im Mittelmeer zu brechenund Ostindien um so leichter bedrohen zu können. Zudem hoffte er, ingroßem Eroberungszuge auf dem Landweg über Syrien, Kvnstantinopelund Wien Frankreich wieder zu erreichen. Die Direktoren gingen um soeher auf diesen Plan ein, als sie dadurch des ihnen schon zu mächtig ge-wordenen Bonaparte los zu werden hofften. Im geheimen wurden alleVorbereitungen zur Expedition nach Ägypten getroffen. — I») Trotzdemder englische Admiral Nelson Bonaparte bei Korsika und Sardinien auf-lauerte, segelte dieser am 19. Mai 1798 mit 35,000 Alaun und vielenGelehrten au Bord ab und erreichte glücklich Malta, das er eroberteund mit 4000 Mann besetzte. Nelson hatte unterdessen seine Abfahrterfahren und eilte ihm nach. Als Bonaparte an der Südküste vonKaudia vorbeisegelte, fuhr ihm Nelson noch etwas südlicher vor, ohne ihnzu bemerken. Ähnend, die Franzosen möchten sich Ägypten zum Zielegenommen haben, trieb er seine Flotte direkt auf Alexandrieu zu. Da ersie hier nicht traf, so suchte er sie an andern Orten. Zwei Tage später,den 1. Juli 1798, kam Bonaparte in Sicht Alexandrias, landete wäh-rend der Nacht seine Truppen und bemächtigte sich am Morgen derStadt. Hierauf zog er, beständig umschwärmt von Mamelucken, denHerrschern Ägyptens, gegen Kairo, während sich seine Flotte im Hafen
Lngiubiihl, Weltgeschichte. 2. Allst. K)