184 XI4I. Griindung des Königreichs Italien. 185!>—18>i<).
bare Wochen auf den Angriff und ließ die feindlichen Heere sich vereinigen,e) Da Napoleon sein Heer bei Alessandria aufgestellt hatte, glaubteGiulay, daß derselbe von der Südseite des Po aus deu Hauptstoß zuunternehmen gedenke. Unbemerkt brachte aber Napoleon seine Armee nordwärts auf die Straße, welche direkt von Novara nach Mailand führt.Am 4. Juni 1859 überschritt er auf einer nur halbgesprengten Brückeden Tessin, der Piemont von der Lombardei trennt und stieß in MagentaI spr.:... dscheu..) auf Giulay. Sogleich entspann sich die Schlacht. Napoleongeriet in große Bedrängnis; doch am Abend traf sein General. MacMahon ein, worauf Magenta erstürmt wurde. Die Schlacht kostete denFranzosen 4000, den Österreichern 10,000 Tote und Verwundete. MacMahon erhielt zum Dank für sein siegbringendes Eingreifen den TitelHerzog von Magenta. Neben dem Mangel an guter Leitung hatte sichim österreichischen Heere in diesen Tagen auch derjenige gehöriger Ver-pflegung fühlbar gemacht; Wucherer ließen sich Millionen für nichtgelieferten Proviant bezahlen. — ä) Der Kaiser Franz Joseph übernahmnun selbst das Kommando; doch die Führung wurde dadurch nicht ein-heitlicher. Er und sein Heer brannte» vor Begierde, die bei Magentaerlittene Scharte auszuwetzen. Allein am 24. Juni 1859 wurden dieÖsterreicher wiederum und zwar bei Solferino, südlich vom Gardasee,geschlagen. Die Schlacht kostete auf jeder Seite 20,000 Mann. Napoleonglaubte nun dem Patriotismus der Italiener Genüge gethan zu haben,hielt eine Fortsetzung des Krieges nicht für ratsam und schloß einenWaffenstillstand. Im Frieden von Zürich mußte Österreich die Lombardeian Frankreich abtreten, das sie an Sardinien übergab. Auch Toscana,Mödena und der nördliche Teil des Kirchenstaates vereinigten sich mitSardinien. Österreich war bis au Venedig aus Italien hinausgeworfen;das Weitere überließ Napoleon III. den Italienern selbst. Als Siegespreiserhielt er 1860 Savoyeu und Nizza.
3. Gruverung des Köuigveichs Ueaprel durchGarrbul-di. 1860. — rr) Noch harrte das Königreich beider Sicilienoder Neapel, sowie der südliche Teil des Kirchenstaats und Venedig derBefreiung. Im Frühling 1860 brachen in dem republikanisch gesinntenSicilien Aufstände aus; sie wurden zwar gedämpft; aber Garibaldierklärte offen, daß er seinen Brüdern in Sicilien zu Hilfe eilen wolle.In Genua sammelte er zu diesem Zwecke 1000 Freiwillige. Cavourbegünstigte ihn heimlich. — b) In der Nacht vom 6. Mai 1860 schifftesich Garibaldi mit seiner Mannschaft auf zwei Dampfern unweit Genuaein. Unterwegs erfuhr er, daß der Hafen von Marsala an der West-küste Siciliens frei von neapolitanischen Schiffen sei. Doch wie er daselbstam 11- Mai 1860 landen wollte, stieß er auf zwei neapolitanischeKreuzer, die ihn mit Hilfe der Strandbatterien zu vernichten sich anschickten.Garibaldis Lage war um so mißlicher, als eines seiner Schiffe auf denStrand gestoßen war. Der schlaue Kapitän eines englischen Kriegsschiffes