XI-III. Der Secessionskrieg. 1861—1865. 18!»
gesunden, vermochte jetzt Tausende von Menschen zu ernähre». Die Zahl der Staatenwuchs. Die Union vergrößerte sich durch Kauf und Krieg, So kaufte sie Louisianavon Frankreich, Florida von Spanien, Kalifornien von Mexiko; letzterm entrißsie mit den Waffen Texas und Neu-Mexiko. — e) Von den vielen gesetzgeberischenArbeiten deS Kongresses ist die unter dem Namen Monroe Bill lBill-Gesetz) ambekanntesten. Als ganz Europa, durch die napoleonischen Kriege geschwächt, unterdem Banne der heiligen Allianz stand und die Kampfe der Mittel- und siidamcri-kanischeu Kolonien gegen ihr Mutterland dem Ende zuneigten, wagte es 1828 derPräsident M onroe (spr. Mönru), die nach ihm benannte Bill in den Räten durch-zusetzen, nach welcher Amerika nur den Amerikanern gehört und jeden Eingriff einereuropäischen Macht in die Staatenverhältnisse Amerikas zurückzuweisen entschlossen ist.
1. Die Sülarrenfrage. — :>, Die brennendste Frage inder Unionspolitik bildete die Sklavenfrage, Mehr als einmal drohte siedie Union zn sprengen und ließ sich schließlich nicht anders als mit demSchwerte lösen. Sie beruht auf dem Gegensatz der Süd- und Nord-staaten, der schon bei deren verschiedenartiger Änsiedlung seinen Anfanggenommen hat. Im Süden Großgrundbesitz, Plantagen genannt, znderen Bewirtschaftung sich Sklaven trefflich verwenden ließen, im Nordenmehr kleine Eigengüter. Die Südstaaten glaubten es ohne Sklaven nichtmachen zn können und hielten an der Sklaverei mit großer Zähigkeitfest. So schied sich die ganze Union in zwei Lager: in Republikaner,die für, und Demokraten, die gegen die Abschaffung derselben waren.—d) Im Kongreß wurde jahrzehntelang jeder Angriff auf die Sklavereimit Heftigkeit zurückgewiesen. Bei keinem Verhandlungsgegenstand zeigtendie Abgeordneten der Südstaaten mehr Einigkeit und größere Empfind-lichkeit als bei der Sklavenfrage. Wie von einer Tarantel gestochen,sprangen sie auf und überschütteten ihre Gegner mit einem Meer vonHohn oder gar Schimpfwörtern, heuchelten eine große sittliche Entrüstung,drohten mit Trennung (Secession) oder traktierten sie sogar mit Faust-nnd Stockschlägen. Die Südstaaten besaßen Jahrzehnte hindurch dasÜbergewicht, und die Nordstaaten, unter denen Masachusetts die Führer-rolle übernommen, mußten sich sogar noch den Beschluß gefallen lassen,der Auslieferung entsprungener Sklaven kein Hindernis entgegen zu stellen.Die Regierung wußte es bei der Aufnahme neuer Staaten so einzurichten,daß jeweilen ein Sklavenbesitzender mit einem Antisklavenstaat aufgenommenwurde, damit den Südstaaten die Suprematie gewahrt bliebe. — e) Übrigenswar die Sklaverei nicht der einzige Gegensatz zwischen den Nord- undden Südstaaten; diese waren Freihändler, da die Sklaven zur Fabrik-arbeit nicht zu gebrauchen waren, die Rohprodukte mithin verkauft werdenmußten, jene aber Schutzzöllner, die in hohen Zöllen Schutz gegenÜberflutung mit europäischen Waren suchten.
2. Abraham Kineoln (ff 1865). — ich Im Jahre 1860wurde Lincoln, ein Gegner der Sklaverei, zum Präsidenten gewählt.Mit ihm war ganz der rechte Mann aus Staatsruder gekommen. Ausden untersten Schichten des Volkes emporgewachsen, kannte er die Bedürf-