26
Römische Kultur.
Also die Entwicklung des römischen Staates:
1. Stadtstaat, mit Volkssouveränität.
2. Mittelmeer-Retch unter Herrschaft der Stadt Rom und der römischenNobilität.
3. Bund von Stadtbezirken mit führender Spitze im römischen Imperium.
4. Untertanenverband unter bürokratischem Despotismus, Untertan nur nochObjekt für Steuer- und Dienstpflicht. Diese Staatsform ist die dauerndegeworden, im oströmischen Reiche über ein Jahrtausend, so daß die anderennur wie die zu ihr hinführenden Entwicklungsstufen erscheinen. IhreIdee und Durchführung hat auch am stärksten auf die Nachwelt gewirkt:die Stellung des Herrschers, der Beamten-Organismus, die Finanz-verwaltung, die Untertanenpflichten, die Rechts- und Sozialverhältnisseder spätrömischen Zeit.
Römische Kultur.
Die Römer ein rauhes kriegerisches Bauernvolk mit hervorragend praktischerBegabung, von den Griechen stets als Barbaren angesehen. Seit Unterwerfungder unteritalischen Griechenstädte (c. 270) stärkerer Einfluß griechischer Kultur undLebensart, 268 Prägung von Silbergeld, s. 201 großer Wohlstand. Die griechischeGötterwelt fand früh Eingang, s. c. 200 auch orientalische Kulte und Geheim-dienste (Kybele, Isis, Serapis, Sabazios u. a., später vor allem Mithra). Un-geheurer Aberglaube, ein Durcheinander der verschiedensten Religionen (Syn-kretismus). Um 150 beginnen auch griechische Philosophie, besonders die stoische,Wisienschaften und Rhetorik Aufnahme zu finden (Panaitios, Polybios). Eklek-tizismus.
Poetische Künste ganz nach griechischen Vorbildern, zuerst die Komödie:Plautus —184, Terentius —159. Lyrik: Catullus —54, Horatius —8, Epik:Vergilius —19, Elegische Dichtung: Tibullus, Propertius, Ovidius —17 n. Chr.Die einzige eigenwüchsig-römische Poesie die Satire, Schöpfer Lucilius (—103),später Juvenalis, Martialis, der Syrer Lukianos.
Erster lateinischer Prosaist M. Procius Cato (—149), größter Stilist undRhetor Cicero (—43), Geschichte: Sallustius, Cäsar, Livius, Tacitus (—117 n. Chr.),der Böotier Plutarchos (—120 n. Chr.). Philosophie: Seneca (—85 n. Chr.),der Phrygier Epiktetos (— c. 120 n. Chr.).
Großartig die Rechtsbildung, in enger Verbindung mit dem praktischenLeben; „klassische" Zeit 130—230 n. Chr. (Gajus, Papinianus, Ulvianus,Paulus, Tribonianus).
Unter den bildenden Künsten nur die Baukunst hervorragend. Von Etrus-kern entlehnt Gewölbebau, Wasserleitungs-, Straßen-, Festungsbau. KünstlerischeMonumentalbauten erst seit Cäsar (Fomm Romanum), zunehmende Größe undPracht, ästhetisch von den Griechen abhängig.
Neben dem griechischen Einfluß wächst in der Kaiserzeit der orientalischeauf allen Gebieten, wie schon längst in der Religion. Alexandreia Kulturzentrum,