Säugetiere.
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Die Wirbelsäule läßt fünf verschiedene Abschnitte oder Regionen er-kennen: die Hals-, Brust-, Lenden-, Becken- und Schwanzregion (vgl. Fig. 2).Die einzelnen Wirbel sind durch Knorpelplatten (falsche Gelenke; Fig. 7) mit-
Fig. 5. Kugelgelenk.
Fig. 6. Rollengelenk.
Fig. 7. Zwei Wirbel von der Seite,dazwischen falsches Gelenk.
einander verbunden. Von dem Körper der Wirbel (Fig. 8 Kp) gehen ver-schiedene Fortsätze aus, von denen zwei nach oben gerichtete Bögen (B)sich in der Mitte wieder vereinigen und so das Rückenmark umschließen.
Die Wirbel der Halsregion sind gegeneinanderziemlich beweglich, der erste (Träger oder Atlas)gegen den zweiten (Dreher) durch ein wahres Ge-lenk, wodurch dem Kopf das Drehen und Wendenermöglicht wird. Die Zahl der Halswirbel ist meistsieben, selbst bei der langhalsigen Giraffe.
An der Brustregion sitzen die Rippen. Die-jenigen, die ganz bis zum Brustbein reichen, heißenwahre, die übrigen falsche Rippen. Den Rippenliegt auf der Rückenseite das Schulterblatt auf,welches als Ansatzstelle der vorderen Gliedmaßendient (vgl. Fig. 1). Bei manchen Säugetieren und auch beim Menschen stehtdas Schulterblatt noch mit dem Brustbein durch einen besonderen Knochen,das Schlüsselbein, in Verbindung.
Die Lendenregion ist ohne Rippen und daher beweglicher als die Brust-region. Durch sie wird die Biegsamkeit des Rumpfes ermöglicht.
Die Wirbel der Beckenregion sind durch starke Verwachsung unter-einander ausgezeichnet, um einen festen Stützpunkt für das Becken als derAnsatzstelle der hinteren Gliedmaßen zu bieten.
• Die Wirbelzahl der Schwanzregion ist meist groß, kann aber, wie die-jenige der Brust-, Lenden- und Beckenregion, recht verschieden sein. DerMensch hat nur vier ganz kleine Schwanzwirbel.
Fig. 8. Wirbel eines Säugetiers.Kp Wirbelkörper, B Bogen.