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Leitfaden für den zoologischen Unterricht in den unteren und mittleren Klassen der höheren Schulen / von Karl Kraepelin
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V. Kreis: Stachelhäuter (Echinodermata).

Die Stachelhäuter, deren bekannteste Vertreter die Seesterne und Seeigelsind, unterscheiden sich von allen vorhergehenden Kreisen durch den strah-ligen Bau ihres Körpers, welcher von der Grundzahl fünf beherrscht wird.Als weitere Merkmale sind die Kalkeinlagerungen unter der Oberhautund der Besitz eines höchst eigentümlichen Apparates zur Ortsbewegung, dessogen. Wassergefäßsystems, anzuführen.

Die strahlige Symmetrie des Körpers kommt nie rein zum Ausdruck, da selbstbei den anscheinend völlig radiär gebauten Formen gewisse Organe nur in der Ein-zahl vorhanden sind (z. B. Herz, Steinkanal); bei vielen Gruppen ist ein Hinneigenzur zweiseitigen Symmetrie aber auch schon äußerlich wahrnehmbar, wie bei denirregulären Seeigeln, den Seewalzen und anderen; auch die Larven sind durch-weg zweiseitig symmetrisch gebaut.

Die Kalkablagerungen unter der Oberhaut, welche dem Schutze gegenFeinde und Wogenprall dienen, treten im einfachsten Falle (Seewalzen) alskleine, zierlich geformte und voneinander getrennte fast mikroskopische Blätt-chen und Anker auf (vgl. Fig. 448); bei den übrigen Gruppen finden sichgrößere Platten, welche teils gelenkig, teils fest miteinander verbundensind. Nach außen tragen diese Platten zahlreiche Spitzen und Höcker, denendann oft noch wieder größere Stacheln gelenkig aufsitzen (Seeigel). Hierauserklärt sich der NameStachelhäuter.

Als hauptsächlichstes Bewegungsorgan ist das Wassergefäßsystemanzusehen. Es besteht aus einem Schlund umlagernden Ringkanal (Fig.447 RK),von dem aus, entsprechend dem strahligen Bau, zunächst fünf Radiärkanäleausgehen, die unter dem Hautskelett verlaufen. Jeder dieser Kanäle sendetnun durch feine Poren der Kalkschale zahlreiche, am Ende mit Saugscheibenversehene Saugfüßchen (SF) nach außen (beim Seestern sichtbar in derArmrinne der Unterseite). Die sehr dehnbaren Saugfüßchen heften sich mitihren Enden an benachbarte Gegenstände an und ziehen so durch ihre Ver-kürzung den Körper nach. In gleicher Weise werden die Nahrungsstoffe vonden Saugfüßchen herbeigeholt. Die Verteilung der Saugfüßchen über denKörper ist eine sehr verschiedene.

Das Intätigkeitsetzen der Saugfüßchen geschieht auf folgende Weise: Dasganze innere Kanalsystem (also das Ringgefäß und die Radiärkanäle) ist mit