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1. Abschnitt. Die Kreise oder Stämme des Tierreichs.
Deck- oder Konturfedern tragen. Flügel und Schwanz sind dagegen mitaußerordentlich steifen und langen Federn besetzt, die man am Flügel alsSchwungfedern, am Schwänze als Steuerfedern bezeichnet. Sie sind dieeigentlichen Flugorgane der Vögel.
Die Farbe des Gefieders ist bei demselben Vogel oft sehr verschieden, jenachdem er im Jugendkleid, im Sommer- oder Winterkleid sich befindet.
Die Herbstmauser besteht in einem allmählichen Ausfallen alter und Wieder-wachsen neuer Federn; durch sie wird das Sommer-oder Hochzeitskleid zum Winter-kleide. Auch erhält der junge Vogel durch diese Mauser das Gefieder der Alten. DieFrühlingsmauser, das Erwerben des Hochzeitskleides, wird nicht durch Erneue-rung der Federn, sondern durch Umfärbung der vorhandenen, vielleicht auch zu-weilen durch Abstoßen unscheinbar gefärbter Ränder (Finken, Star) hervorgerufen.
Männchen und Weibchen sind oft verschieden gefärbt. Bei vielen Vögelnist das Gefieder in auffallender Weise den Farbentönen der Umgebung an-gepaßt (Schneehühner, Steppenhühner).
Durch stark entwickelte Hautmuskelfasern wird das Sträuben, also das Auf-richten der Federn hervorgerufen. Vor Nässe schützt sich der Vogel durch Einsalbendes Gefieders mit der Fettabsonderung einer oberhalb des Schwanzes gelegenenBürzeldrüse, welche besonders bei Wasservögeln stark entwickelt ist.
Der Flug der Vögel. Wenn wir einen Gegenstand, etwa ein Stück Holz,auf dem Wasser schwimmen sehenj so wundern wir uns nicht darüber, dennHolz ist leichter als Wasser und wird deshalb vom Wasser getragen.Anders beim Vogel in der Luft. Er ist fast so schwer wie Holz, wohingegendie Luft etwa 800 mal leichter ist als Wasser. Trotzdem vermag der Vogel inder Luft zu schweben. Um das zu verstehen, haben wir zunächst zu beachten,daß breite Flächen den Fall von Körpern in der Luft verlangsamen, wennsie wagerecht gestellt sind. Darauf beruht die Verwendung des Fallschirms.Die Verlangsamung des Falls erklärt sich daraus, daß die fallende Schirm-fläche die Luft darunter zusammendrückt, daß aber dann diese zusammen-gedrückte und außerordentlich elastische Luft nun wieder bestrebt ist, sichauszudehnen, und dadurch einen Druck nach oben ausübt.
Auch der Vogel hat einen solchen Fallschirm in Gestalt seiner Flügel. DieFlügelflächen werden hauptsächlich von den Schwungfedern gebildet, dienach ihrem Befestigungsort als Handschwingen (Fig. 108 HSch) und Arm-schwingen (Fig. 108 ASch) unterschieden werden. Sie sind so angebracht,daß sie die Luft von unten nach oben nicht durchlassen. Vermehrt wird dieDichtigkeit durch dachziegelartig angeordnete Deckfedern, welche die Spulender Schwungfedern von oben her überlagern. Eine Reihe von Schwungfedernam Oberarm, der sog. Schulterfittich, vervollständigt die Flugfläche, währendder Daumen einen besonderen kleinen Lenkfittich (LF) trägt.
Es ist leicht einzusehen, daß auch der Fall eines Vogels durch die ruhigausgebreiteten Flügel sehr verlangsamt wird. Werden aber die Flügel nicht