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Leitfaden für den zoologischen Unterricht in den unteren und mittleren Klassen der höheren Schulen / von Karl Kraepelin
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Röhrenmuscheln . 1

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4. Fam. Kammuscheln (Pectinidae). Die Mantelränder sind frei, mit Tast-fäden und Augen. Die Schalen sind gleich oder ungleich. Nur ein Schließ-muskel. Viele sind eßbar.

Die pilgermuf(f)el (Pecten jacobaeus; Fig.420)des Mittelmeeres ist eßbar; auch werden ihreSchalen vielfach zu Ragoutschüsselchen usw.benutzt. Sie schwimmen durch Klappen mitden Schalen, wenigstens in der Jugend.

5. Fam. Austern (Ostrei'dae). Die Mantel-ränder sind frei, die Schalen ungleich, ohneSchloß. Ebenfalls nur ein Schließmuskel. DerFuß fehlt oder ist verkümmert. Die meistensitzen gesellig mit der gewölbten Schale auf(Austernbänke).

Die dufter (Ostrea edulis) bewohnt die europäischen Küsten, namentlichdie des westlichen Frankreich und des südöstlichen England, fehlt aber inder Ostsee. Ihr Fleisch ist sehr geschätzt (Künstliche Zucht in Austern-parks). Allein in Paris werden jährlich über 30 Millionen Stück im Wertevon 910 Millionen Mark verzehrt. Auch die Küsten Amerikas sind reichan Austern.

2. Ordnung: Röhrenmuscheln (Siphoniata).

Die Mantelränder sind teilweise an der Bauchseite miteinander verwachsenund bilden nach hinten röhrige Verlängerungen (Fig. 421) für die Zu-leitung des Wasserstroms.

Fig. 421. Sandmuschel mit Siphonen.

1. Fam. Bohrmuscheln (Pholadidae). Schale ohne Schloß und Ligament.Sie bohren vermittelst der Schalenränder in Holz, Gestein, Sand usw. und sinddaher vielfach schädlich.

Die 8oftrmufd)Cl (Pholas dactylus), mit großen dünnen Schalen, ist vomMittelmeer bis zur Nordsee häufig.

Fig. 420. Pilgermuschel.

dem Meeresgründe fest