Bandwürmer.
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durch Verlängerung seines Halsteiles und immer stärker hervortretendeEinschnürungen desselben schließlich Körperabschnitte erzeugt, die völligselbständig werden und, da sie dicht mit Eiern gefüllt sind, zur Ver-breitung der Art dienen. Da manche Bandwürmer im Laufe eines Jahres1000-2000 solcher reifen Glieder abstoßen, deren jedes etwa 5000 Eierenthalten mag, so ergibt sich, daß die Eierproduktion dieser Tiere eineungeheure ist (im angenommenen Falle fünf bis zehn Millionen im Jahr).Wie wichtig dies für die Erhaltung der Art ist, leuchtet ein, wenn man diegeringe Wahrscheinlichkeit kennt, daß jene im frei gewordenen Bandwurm-gliede eingeschlossenen Eier wieder zu geschlechtsreifen Bandwürmern sichentwickeln werden.
Das mit dem Kot des Wirtstieres nach außen gelangte Glied zerfällt näm-lich alsbald an der Luft, im Wasser, Dünger oder wohin es sonst gelangt seinmag. Die nunmehr frei gewordenen mikroskopischen Eier sind längere Zeitwiderstandsfähig; sie bleiben unverändert, bis irgend ein Zufall sie einemneuen Wirtstier zuführt, was entweder direkt aus dem Dünger usw. geschehenkann (z. B. durch Schweine), oder indem sie,vom Winde auf Blätter verweht, mit diesen vonRindern, Schafen usw. gefressen werden. Glück-lich in den Magen irgendeines Pflanzenfressersgelangt, wird der im Ei befindliche, mit sechsHaken versehene winzige Embryo von seinerschützenden Hülle befreit und wandert nun nachDurchbohrung der Darmwand in das Blutgefäß-system des Wirtes über, um sich von derBlutwelle in irgend ein Organ desselben tragenzu lassen. Hier verliert er die Häkchen und wächst zu einem größeren, mitwässerigem Inhalt gefüllten Bläschen aus. Das Bläschen wird von einerhäutigen Kapsel umkleidet und bildet sich durch Sprossung einer oder mehrererhohler Knospen in den Innenraum des Bläschens allmählich zu einer sog.Fijnne um (Fig. 436). Jede Knospe enthält in ihrem Innern Saugnäpfe undHakenkranz, wie dies deutlich erkennbar ist, wenn sie sich nach außen um-stülpt. Auch in diesem Zustande wird der werdende Bandwurm, der ja nochdurchaus nicht zur Hervorbringung von Eiern befähigt ist, in zahllosen Fällenohne Nachkommenschaft zugrunde gehen, sofern nämlich das Wirtstier einesnatürlichen Todes stirbt und nicht von einem anderen Tiere gefressen wird.Gelangt aber die Finne mit dem Fleisch des bisherigen Wirtes in den Mageneines neuen Wirtes, so wird die Finnen blase wieder durch den Magensaftverdaut, während die dadurch frei gewordene Knospe sich in der Darm-wandung festsetzt und nunmehr den Kopf darstellt, von dem durch Sprossungdie lange Kette der Bandwurmglieder erzeugt wird. — Diese allgemeine Dar-
Fig. 436. Bandwurmfinne im Längs-schnitt.