Haarsterne.
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IV. Klasse: Haarsterne (Crinoi'dea).
Die Haarsterne oder Seelilien erscheinendurch den Besitz von verzweigten Armenden Medusenhäuptern unter den Schlangen-sternen ähnlich, sitzen aber meist mitlangem, gegliedertem Kalkstiel am Bodenfest, so daß der Mund, von den einroll-baren Armen kelchartig umgeben, nachoben gerichtet ist (Fig. 456). RinnenartigeFurchen verlaufen von ihm in die gabel-spaltigen Arme, mit zahllosen Flimmer-härchen besetzt, welche dem Munde diemikroskopischen Stoffteilchen des vorbei-flutenden Wassers zuführen. Die Saug-füßchen der übrigen Stachelhäuter sindbei dieser Klasse zu saugnapflosen Fühl-fäden auf der lederartigen Haut der Kelch-innenseite geworden.
Der meist mit Ranken versehene Kalk-stiel ist gegliedert und biegsam. MancheArten trennen sich nach erlangter Entwick-lung von ihrem Stiel, können sich aber auchdann noch durch Rückenranken an an-deren Gegenständen festklammern (Haar-sterne des Mittelmeeres).
Die Haarsterne sind in der Gegenwartfast völlig ausgestorben, waren aber invergangenen Erdperioden ungemein ver-breitet.
Die wenigen noch lebenden Formengehören meist der Tiefsee an, wie daswestindische Medusenhaupt (Penta-crinus caput medusae) und der Wurzel-haarstern (Rhizocrinus; Fig. 456). Nurdie im Alter frei schwimmenden echtenHaarsterne, wie die Antedon rosaceades Mittelmeeres (Tfl. VIII Fig. 1), lebenin der Tang- und Seegraszone der Küste.
Fig, 456. Wurzelhaarstern.
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