Band 
III. Teil.
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Proben aus der antiken Dichtung.

Sag, wie ist's mit den Dakern?" „„Ich weiß nichts."" „Seht doch den

Schelmen,

Wie er uns foppt!" „„Gleich sollen die Götter mich alle verdammen,Wenn ich das Mindeste weiß!"" — „Wird hier in Italien CäsarOder im Sikulerland an die Krieger die Äcker verteilen?"

Schwör ich, daß nichts mir bewußt, so schütteln erstaunt sie die Köpfe,Halten mich für den unübertroffenen Meister im Schweigen. —

Also vergeht mir Ärmsten der Tag, und ich rufe voll Sehnsucht:.Ländliche Flur, wann werd' ich dich schaun? wann wird's mir vergönntFrei von Geschäften, behaglich studierend, lesend und schlafend ssein,Süßes Vergessen zu schlürfen des städtischen Jagens und Hastens?

O, wann wird man die Bohne, Pythagoras' heil'ge Verwandte,Wann Braunkohl, zur Genüge mit Speck durchfeilet, mir reichen?

O, ihr göttlichen Schmäuse!' Dann sitz ich im Kreise der Freunde

Fröhlich am eigenen Herd, und nach geendeter Mahlzeit

Reich ich die Reste den munteren Sklaven. Ganz nach Belieben

Mischen und trinken die Gäste den Wein, vom lästigen Zwang der

Trinkgesetze befreit: mag stärkere Becher der tapfre

Trinker begehren, mag mäßig der andre nur weniges nippen.

Heiter plaudern wir dann: nicht von anderer Wohnung und Haushalt,Nicht vom neuesten Tänzer; nein! was uns selber am meistenAngeht und was zu wissen jeglichem nottut, das bildet den Stoff: obReichtum oder ob Tugend das Glück ausmache der Menschen;

Was uns Freunde verknüpft, ob Tugend oder Gewohnheit,

Und was das Wesen des Guten und was das erhabenste Gut sei.

Nachbar Cervius erläutert mit seinen AmmengeschichtenJeden einzelnen Fall. Preist einer Arellius' Reichtum,

Ohne zu kennen die Last, die dabei ihn drückt, so beginnt er:

„Hört die Beschicht' von der Feldmaus! Sie nahm im ärmlichen LocheEinst die Stadtmaus auf, ihre Freundin und alte Bekannte.

Zwar war sie sonst recht haushälterisch mit ihrem Erwerb; dochHeute bringt sie freudig dem Gast, was sie hat; weder schont sieIhre versteckten Erbsen, die länglichen Körner des Hafers,

Noch die süßen Rosinchen; ja, selbst das leckere SpeckstückSchleppt sie herbei mit dem Maul, bemüht, durch Wechsel der SpeisenJener zu reizen die Lust, die den Zahn kaum rührte vor Hochmut,Während sie selbst, die Hausfrau, bescheiden auf Streue gelagert,Spelt nur und Lolch genoß, das Bessre dem Gast überlassend.

Endlich öffnet die Stadtmaus den Mund: „„Was nützt es dir, Freundin,Solch ein beschwerlich Leben zu führen hier draußen am Abhang?Möchtest du Stadt und Menschen dem rauhen Walde nicht vorziehn?Komm! Geh mit in die Stadt! denn alles, was lebet hienieden,