Band 
III. Teil.
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Proben aus der antiken Dichtung.

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Bäume, die lange auf luftigem Berge gestanden, sie tanzten,

Alle Gefahr verachtend, als Kiele auf dem Gewässer.

Auch die Erde, zuvor wie Luft und Sonne gemeinsam,

Teilte der Messer jetzt und setzte behutsam die Grenzstein'.

Nicht nur Getreide erzwäng der Mensch und schuldige NahrungHerrisch vom reichen Gefild; er drang in die Tiefen der Erde,

Und, was sie sorgsam versteckt und entrückt zu den stygischen Schatten,Grub er hervor, die Schätze, Anreizungen aller Verbrechen.

Jetzt ward schädliches Eisen und Gold, heilloser denn jenes,Ausgewählt; da erhob sich der Krieg und kämpfte mit beiden,

Und in der blutigen Hand, da schüttelt' er rasselnde Waffen.

Nun lebt alles vom Raub: kein Gastfreund schonet den Gastfreund,Noch der Eidam den Schwätzer; auch liebende Brüder sind selten.Meuchlerisch stellet das Weib dem Gemahl nach, dieser der Gattin;Und Stiefmütter bereiten aus falbem Kraute den Gifttrank;

Ja, es späht voreilend der Sohn nach den Jahren des Vaters.Frömmigkeit liegt am Boden; AsträaZ selber, die Jungfrau,

Floh, als letzte der Götter, die blutgefeuchteten Länder.

(Wolfs „Klassisches Lesebuch.")

Aus den Tristien.

Schon färbt sich meine Schläfe den Schwanendunen gleich,

Die schwarzen Haare werden vom weißen Alter bleich,

Schon nahn Gebrechenjahre und Greisenträgheit mir,

Aufrecht einherzuschreiten, mir Schwachen kaum gelingt es schier.

Nun wär' es Zeit, der Mühsal zu setzen Ziel und End',

Daß ohne Furcht und Bangen ich fürder leben könnt',

Daß im Genuß der Muße, die stets mein Herz geliebt,

Den Neigungen behaglich ich folgte, die ich stets geübt.

Jetzt sollt' ich mein klein Häuschen, die alte Heimat mein,

Die herrenlosen Felder geschäftig noch betreu'n.

An meiner Fraue Herzen, in der Genossen Schwärm,

In meinem Vaterlands sorglos gealtert ohne Harm:

So hatt' ich zu verleben mein Wer einst gedachtUnd solches Lebensendes mich völlig wert gemacht;

Die Götter wollten's anders, die über Land und MeerMich trieben und dann warfen an der Sarmaten Ufer her.

In hochgewölbte Werften zieht man den lecken Kahn,

Um nicht ihn zu verlassen mitten im Ozean.

^ Göttin der Gerechtigkeit.

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