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Curieuses und reales Natur-, Kunst-, Berg-, Gewerck- und Handlungs-Lexicon ... / nebst einer ausführlichen Vorrede Herrn Johann Hübners
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ij Abtreten Abweichung

Abweichung bei Magnets 14

so viel als das alte einreisten, als Poch-undKunst-Räder, Radstuben, u. s. m.

Abrre -en den Rost, heist bey den Bergwercken,denselben von dem Wagen ( so die Hole genen-netivird) abladen, und in dieBrenn-Hüttcntragen; solches thun die Puch-Jungen.

Abt> ecken den Schlich, Ertz, und dergleichen,lstin Bergwercken so viel alsabtragcnsabladen.

Abtreiben, heist in Bergwercken, wenn das vomFeuer gehobene Gestein in der Gruben loßge-schlagen wird: inalciche», wo sich sonst ohnedas Feuer etwas abziehet, so man dasselbe vol-lends loß machet, so nennet man es abtreiben:sonsten ist auch noch ein Abtreiben, wenn eineGewerckschafft der andern im Feld zu nahekömmt, und dessen nicht berechtiget ist; so nundeswegen Inhibition oder Anweisung ge-schieht, heissct man es abtreiben.

Abtreiben, heist auch ausdem Treibe - Herd dasSilber vom Bley abscheiden.

Abtreiber, wird derjenige genennet, der solcheArbeit verrichtet. Es ist aber dieses ein bcey-digter Schincluer, der die Kunst recht erlernet,welcher den Treibe-Herd zum Abtreiben mitangefeuchteter Asche aussetzet, das Spur nachder Grösse des abzutreiben bey standen haben-den Werckcs gebührend ausschneidct, Glöt-Gassen im Treibe-Herd inachct, denselben ab-warmet, das Merck fein ordentlich darauf se-tzet, alsdann anlasset, wenn das Merck zerflos-sen, das Feuer gebührend regieret, den AbstrichwitdemLlbstrich-Hvltz abziehet, dieGlote vomWercke sondert, sind das Silber rein vcrbli-ckcn lasset.

Abtreib Holtz, ist das Holtz, so zu erst auf denTreib-Herd gefetzct wird, biß das Merck inFluß gekommen.

Abtritte, sind in feigern Schachten, auch wohlin flachen, bey bcn Fahrten, die kleinen Ab-sätze, welche gebräuchlich, und vonnöthcn, we-gen Eefahrund Beschwerlichkeit der Aus- undEinfahrenden. Es heiffen auch diejenigenBühnen zu Ende einer, 2.3. oder mehr Fahr-ten also, daraus man von der einen Fahrt ab-treten, ruhen, und wieder nach der andern sichbegeben kan ; werden auch Wechsel, oder Büh-nen tm Fahrschachte, desgleichen Absätze ge-nannt, in Treibschachtcn sind sie sehr nöthig,als welche insgemein weit seyn, und wird wohlbey jeder Fahrt ein solcher Abtritt gefcrtiget.

Abutilon, Frantzösisch Guimattve, s. Eibisch.

Abwägen, heiftin Bergwercken, wenn man ei-nen Ort oder Stollen gegen den andern abzie-het, daß man wisse, wodicOerter gegeneinan-der stecken: item, wenn man das Fallen desGebürgeszu Wasserlauffcn abwieget, wie hochetwan die Wasserfassen können,und überhaupt,um wie viel einOrt niedriger,oder dem Mittel-Punct der Erde naher ist als der andere; unddieses geschiehet vermittelst der Wasserwagc.

Abwärmen geschiehet, wennderzugemachtcO-scn und Scbmeltz - Herd mit Kohlen ausgefül-let, überschüttet und angefeuert !vird.

AbweichendeSoirnen-Uhr, siehe DeclinansHorologium .

Abweichung, s. Derlinatio.

Abweichung des Magnets , veclinario acus

magneticx , heist der Minckcl, welchen dieMagnet-Nadel mit der wahrcnMittags-Liniemachet. Denn die Magnet-Nadel weiset nuran wenigen Orten auf der Erde accurat nachMitternacht . Sonst weicht sie, entweder aufdie rechte oder lincke Seite,'d.i. entweder ge-gen Morgen oder gegen Abend, und zwar an ei-nem Orte mehr als an dem andern (ja auchan einerley Orte zu einer Zeit mehr als zur an-dern ) von der Mittags-Linie ab. Die Haupt-Oerter, so von einigen Amoribus angemercketworden, und deren Unterschied ist folgender:i. ) Die von Nord gegen Osten abweichen: alszuAlcrandria ist die Abweichnng 5. Grad 45-Minuten, so in dem bey den Bergwercken ge-bräuchlichen Hang-Eompaß, weilen darinnenOsten oder "r. stehet, wo in einem Scr-Com-paß, an statt dessen Westen oder Occ. gezeich-net ist, gegen Westen oder Oc-. 3. und T \Achttheil betraact. Zu Amsterdam ist sie 9.Grad undzo. Minuten, und nach dem Hang-Coinpaß;. und jj Achttheil. Zu Bvnvnienist sie z. Grad zo. Minuten 1. und \\ Acht-tbeit. gtlCaputbonseSpei ist sie 2. Grad zo.Minuten, und nach dem Hang-Compaß >. und^ Achttheil. Zu Ccilon ist sie i;. Grad zo.Minute», und nach dem Hang-Compaß 8. undtV Achttheil. Zu Candia ist sie i; Grad, undnach dem Hang-Compaß 8. Achttheil oder ei-ne gaiu-e Stunde. In der Strasse vaväsist sie;o.Grad,und nach dem Hang-Compaß -6. undiV Achttheil. Zu Florentz ist sie 3. Grad 30.Minuten, und »ach dem Häng-Compaß 1. undt ~ Achttheil. Zu Genua ist sie 5. Grad 58.Minuten, und nach dem Hang-Compaß 2. undm Achttheil. Zu Liou ist sie 4. Grad 30. Mi-nuten, und nach dem Hang-Compaß 2. und| Achttheil. Zu Londen ist sie 4. Grad zo. Mi-nuten, und nach dem Hang-Compaß zl Acht-theil. Zu Lövcn ist sie y. Grad, und nach mehr-gemeldtem Compaß ^4 Achttheil. Zu May-land ist sie 2. Grad zo. Minuten, und nach demCompaß IAchttheil. Zu Mayntz ist sie 2.Grad zo. Minuten, und nach dem Compaßij Achttheil. Zu Nürnberg ist sie 8. Grad,undnach dem Compaß 4^ Achttheil. Auf derInsulPalma istsie 6. Grad -o. Minuten, undnach dem Coinvaß zH-b Achttheil. Zu Plcy-muth ist sieGrad 24. Minuten, und nachden: Compaß 1. und yl Achttheil. Zu Vene­ dig ist sie ;. Grad, und nach dem Compaß zfAchttheil. Zu Prag ist sie z.Grad zo. Minu-ten, und nach dein Couipaß Achttheit.

Zu Parrß ist siez. Grad, und nach dem Compaß1?- Achttheil. Zu Rom gleicher gestalt. 2.)Die Oerter, so von Nord gegen West abwci,chen : als zu Antmxpen ist die Abweichung ?.

B 4 Grad