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De electione gratiae, von der Gnaden-Wahl oder von dem Willen Gottes über die Menschen : das ist, eine kurtze Erklärung und Einführung des höchsten Grundes, wie der Mensch zu göttlicher Erkentniss gelangen möge : auch wie die Sprüche H. Schrift zu verstehen sind, welche vom gefallenen verderbten Adam, und dann von der neuen Wiedergeburt aus Christo handeln / geschrieben nach göttlicher Erleuchtung von Jacob Böhmen im Jahr 1623; vollendet den 8. Febr.
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l6 X V. Von der Cap. 2 ' ^

Es ist nicht genug, daß man mit dem H. Geiste gauckele, undheisset ihn einen Teufel, wie die gefangene Vernunft thut, ftwelche fagct: GOtt will das Böse. Denn aller böser W>^ .

ist ein Teufel, alsein sclbst-gefaster Wille zur Eigenheit, ein uabtrünniger vom gantze» Wesen, und eine Phantasey. ^

iz. Darum ich den Leser hoch vermahne, unsern Sinn birecht zu ergreiffen, und von der Phantasey der Schluß-Reden >>(ohne den ivahren inniglichen Grund) sich zu meiden, wir wol- k,len ihme albier den wahren Grund darstellen. ^

14. Verstehet: Die Kräfte zum Wort sind GOtt, und die ftScientz, als das magnetische Ziehen, ist der Anfang der Na- sttur, nun möchten die Kräften nicht offenbar werden ohne die- d,se Begierde des Ziehens; GOttes Majestät, in wircklichek ^Kraft zur Freude und Herrlichkeit, würde nicht offenbar ohnedas Anziehe» der Begierde, und wäre auch kein Licht in Gott- a

lichcr Kraft, wenn sich nicht die Begierde einzöge und über- ei

schattete, darinnen der Grund der Finsterniß verstanden wird, st

welcher sich denn führet bis zu des Feuers Anzündnng, alda hsich GOtt einen zornigen GOtt, und ein verzehrend Feuernennet, da die grosse Schiedlichkeit, auch der Tod und Ster- »den, und denn das gkvsse lautbare creatürliche Leben urstan- ILei und verstanden wird. L

iz. Wie ihr dessen ein Eleichniß an einer brennenden KertzeN e>

habet, da das Feuer die Kertze in sich zeucht und verzehret, ft

alda das Wesen erstirbet, das ist, in dem Sterben der Finster- ?

niß sich im Feuer in einen Geist, und in eine andere Qual (als Lim Lichte verstanden wird) transmutiret; da man in der Ker- istzcn kein recht fühlich Leben verstehet, aber mit des FeuersAnzündung sich das Ln; der Kertzen in die Verzehrung in ein lipeinlich fühlich Weben und Leben einführet, aus welchem pcin- »lichen, fühlenden Leben das Nichts, als das Eine, in einen» hgrossem Gemach scheinlich und lichte wird.

16. Also ist uns auch von GOtt zu sinnen ^ daß Er seinen g

Willen darum in eine Scientz zur Natur einführet, daß seine st

Kraft im Licht und Majestät offenbar, und ein Freudenreich rwerde: denn wenn indem ewigen Einen keine Natur eutstün- dde, so wäre alles stille; aber die Natur führet sich in Peinlich- tkeit, Empfindlichkeit und Findlichkcit ein, aufdaß die ewige ZStille beweglich werde, und die Kräften zum Wort lautbar (

werden. Nicht daß darum das Ewige peinlich werde, (w d

wenig