67
Die Philosophen sahen zwar wohl, daß die Folge derIahrszeiten, oder die Hauptabwechselung der Temperatur,mit jenem Hervorrücken gewißer Sterne und der Son-nenstrahlen harmonirte, und daß diese Kenntniß zum Be-huf des Ackerbaus brauchbar war r allein sie sahen auchwohl ein, daß die wahre Ursache dieser Veränderung eigent-lich in dem hohen und tiefen Stande der Sonne gesuchtwerden mußte, und setzten zum Ueberfluß den veränder-lichen Mondschein als eine Ursache der Fruchtbarkeit unddes Mißwuchses hinzu. Weil die gemeinen Leute ein-mal auf diese Erscheinungen acht zu haben gewohnt waren,und weil sie die Sterne bequemer als die Sonne ansehenkonnten; so reducirten sie dergleichen Witterungsregelnfür den Landmann auf gedachten Aufgang verschiedenerHeller Sterne. Man kann sich hierin bey dem Gemi-ttll6*), der sich über diese Meinung der griechischen Phi-losophen weitläuftig erkläret, mit mchrerem Rathserholen.
96.
Epicuk war der Astronomie so wenig hold als So-crates. Seine Sekte hielt Sonne und Gestirne fürnicht größer, als sie uns erscheinen; nach ihren Vegrif--fen entzündete sich die Sonne bey ihrem Aufgange, undgierig beym Untergänge im Ocean aus **).
E
97 .
*) In Uranolog. c. 14.
**) IVtidler hist. astr. p. Iv 7 - §. • 6.