10 * Vierter Abschnitt. Fällungsanalysen.
bei der Einleitung von Chlorgas in Kali Chlorsäure und Chlorwasser-stoff, resp. Chlorkalium entsteht. Es ist einleuchtend, dass die Bildungderselben auf die Methode der Blausäurebestimmung von Einfluss seinmuss. Liebig hat gefunden, dass die Menge der verbrauchten Kupfer-lösung für eine und dieselbe Menge Blausäure sich nicht gleich bleibe,sondern mit der Menge und Coneentration des Ammoniaks ändere.Mit der Silbermethode zeigte die Kupferlösung immer etwas mehr Blau-säure in der Lösung an, als ursprünglich darin vorhanden war. Sowurden zu 10 CC. Blausäure verbraucht:
Silberlösung Kupferlösung
12 CC. 12,8 CC.
12 „ 13
12,2 „ 13,4 „
11,9 „ 12,9 „
Beiund dieLiebig
Mittel: 12,05 „ 13,02
gewissen Concentrationen und in Fällen,
wo sich das
Cyan
giebt
Blausäure in Ameisensäure und Ammoniak zersetzen,zu, dass sie eben so genaue Resultate wie die Silberlösunggeben könne. Die Analysen der zusammengesetzten Cyanverbindungen(Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. 95, S. HO), welche Carl Mohr mit-theilt, gaben ausgezeichnet stimmende Zahlen.
Die Kupfermethode hat demnach wegen Möglichkeit abweichenderZersetzung einen Nachtheil gegen die Silbermethode, dagegen ist dieBeurtheilung des Endes der Operation in trüben Flüssigkeiten, wie beiBittermandelwasser, schärfer als bei der Silbermethode.
Drittes Capitel.
Chlor.
a) Durch Silberlösung.
Substanz.
Formel.
Atom-
gewicht.
Abzuwägen-de Menge für1 CC. Silber-lösung =1 Pr.Substanz.
1 CC. Silber-lösungist gleich
95) Chlor.
CI
35,40
0,3540 Grm.
0,003540
116J Chlorkaliuni .
C1K
74,57
0,7457 „
0,007457
117) Chlornatrium
CI Na
58,40
0,5840 „
0,005840
118) Chlorammo-nium .
CI NH,
53,4G
0,5340 • „
0,005340
Jede Chlorverbin-dung . ...
Gewöhnliche
Formel
Gewöhnl.At. - Gew.
Tüö Atom '
—*— Atom.10000