Buch 
Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
Seite
14
JPEG-Download
 

14

Vierter Abschnitt. Fällungsanalysen.

ist viel besser als das phosphorsaure, weil difts arseniksaure Silberoxydeine dunkle braunrothe Farbe hat, es steht jedoch dem chromsauren Kalitrotz der gelblichen Farbe dieses Salzes weit nach, weil die blutrotheFarbe des Niederschlages viel in die Augen fallender ist. Um zunächstden Parallelismus beider Lösungen unter Zusatz von chromsaurem Kalizu prüfen, wurden wieder zwei Büretten in der Etagere neben einander ge-stellt und beliebige Mengen Kochsalzlösung auslaufen gelassen, und dannunter Beachtung der rothen Färbung mit Silberlösung gemessen. Nach-dem eine Operation vollendet war, wurden beide Röhren abgelesen undnotirt, und die neue Flüssigkeit in die bereits gebrauchte hineingelassen.

N N

Kochsalzlösung. Silberlösung.

4,2

CC.

4,3

CC.

6,7

11

6,8

11

11

11

11,1

11

12

11

12,1

11

17,65

11

17,75

11

18,2

11

18,3

11

25,85

11

25,95

11

26

11

26,1 '

11

Es war also constant von der Silberlösung CC. mehr verbraucht

worden, und dies war diejenige Menge, welche über den eigentlichenFällungsprocess hinaus nothwendig war, um die Anzeige zu geben.Wenn man von der Kochsalzlösung einemTropfen in die geröthete Flüs-sigkeit einlaufen liess, um die canariengelbe Farbe wieder herzustellen,so standen beide Büretten vollkommen gleich. Jede der obigen in einerHorizontallinie stehenden zwei Zahlen sind eine vollständige Analyseund, wegen der Gleichheit der Zahlen, mit richtigen Resultaten. Eskonnte nach solchen Vorgängen gar nicht mehr zweifelhaft sein, dassdie Methode zu directen Analysen anwendbar sei.

Wenn salpetersaures Silber mit neutralem chromsauren Kali zu-sammenkommt, so entsteht chromsaures Silberoxyd, ein in Wasser un-lösliches Salz von lebhaft rother, dem Blute ähnlicher Farbe. Wirdaber das chromsaure Silberoxyd mit einer Auflösung eines Chlormetallesübergossen, so setzt es sich sogleich in Chlorsilber und ein löslicheschromsaures Salz um. Das chromsaure Silberoxyd ist in freien Säurenlöslich, kann also in sauren Lösungen gar nicht entstehen, und es istdies der Grund, warum die Silberlösung neutral sein muss. Dagegenfindet die Umsetzung auch in alkalischen Lösungen, welche überschüs-siges kohlensaures Natron enthalten, statt, jedoch dürfen diese aus einemanderen Grunde nicht viel von diesem Salze enthalten. Es entstehtnämlich alsdann kohlensaures Silberoxyd, welches sich zwar auch mitChlormetallen umsetzt, da es aber keine besondere auffallende Farbe hat,unseren Zwecken nicht entspricht. Daraus geht denn hervor, dass die zu