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Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
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Drittes Capitel. Chlor, 15

prüfenden Flüssigkeiten, sowie die Silberlösung, möglichst neutral oderschwach alkalisch sein müssen. Die Silberlösung wird nun ein für allemalneutral dargestellt. Hat man ein lösliches Chlormetall unter Händen,welches neutral ist, so bleibt die Flüssigkeit auch durch die Zersetzungneutral, und man kann ruhig bis zu Ende fortgehen. Ist die zu unter-suchende Flüssigkeit alkalisch, wie Pottasche, Soda, so muss der grössteTheil des kohlensauren Alkalis durch eine unschädliche Säure, Salpeter-säure oder Essigsäure, weggenommen werden, wozu man sich des Lack-muspapiers als Hülfe bedient. Sauer darf die Flüssigkeit in keinem Fallewerden, weil sie alsdann von selbst eine röthliche Farbe annimmt undchromsaures Silberoxyd sich gar nicht oder sparsam niederschlägt. Wäh-rend desFällens muss dieFliissigkeit eine schwach rein canariengelbeFarbehaben, und an den Einfallsstellen des Silbers dunkelrothe Flecken zeigen.Eine schwache Alkalität schadet weniger, weil das chromsaure Silber-oxyd alsdann in dem kohlensauren sehr gut wahrgenommen werden kann.

Die Menge des zuzusetzenden chromsauren Kalis habe ich niemalsganz gleich genommen, und dennoch übereinstimmende Resultate erhal-ten. Man nehme im Allgemeinen nur 4 bis 5 Tropfen einer kalt gesät-tigten Lösung von reinem einfach chromsaurem Kali. Bei stärkeremChlorgehalt erscheint anfänglich gar keine rothe Färbung, gegen Endeaber um so deutlicher, da der Abstich gegen das farblose Chlorsilbersehr deutlich ist. Hat man zuviel chromsaures Kali genommen, so istder Farbenwechsel von roth gegen gelb nicht so deutlich. Bei Lichtesind die Versuche sehr scharf, weil dann die gelbe Farbe, aber nichtdie rothe, verschwindet. Wenn man zuviel Silber hinzugelassen undeine stark rothe Färbung erzeugt hat, so kann man den Versuch wie-N

der durch Kochsalzlösung in Ordnung bringen. Man lässt tropfen-weise aus der in Zehntel CC. getheilten Quetschhahnbiirette die Koch-salzlösung eintröpfeln, bis die rothe Farbe auf einmal wieder weichtoder bis ein neuer Tropfen keine hellgelbe Färbung mehr in der Flüssig-keit wahrnehmen lässt. Die verbrauchten CC. Kochsalzlösung ziehtman der Silberlösung als gleichwerthig geradezu ab.

Um die Genauigkeit der Resultate zu prüfen, wurden die folgendenVersuche angestellt.

0,2 Grm. chemisch reines abgeknistertes Kochsalz erhielten 34,4 CC.Silberlösung, und dagegen 0,1 CC. Kochsalzlösung. Dies macht 34,3 CC.Silberlösung = 0,2005178 Grm. Kochsalz.

0,2 Grm. reines Chlorkalium, zweimal in gerade richtiger Färbungausgefällt, erforderten:

1) 26,8 CC. Silberlösung.

2) 26,8 ,,

Dies giebt jedesmal 26,8 X 0,007457 == 0,19985 Grm. Chlorkalium.

0,2 Grm. Salmiak erforderten 37,35 CC. Silberlösung,

0,2 Grm. Salmiak von 37,35 74,6 CC.= 37,25 CC. Silberlösung,