22 Vierter Abschnitt. Fällungsanalysen.
ersten Spuren von Trübung, bei 13,4 CC. war die Trübung so starkals bei der Titrestellung.
Multiplicirt man diese Zahlen mit dem lOOOOsten Theil des Atomsdes Chlorkaliums, also mit 0,007457, so erhält man:
für 13,2 CC. 0,09843 Gnn. Chlorkalium,für 13,4 CC. 0,09992 „ „
statt der genommenen 0,1 Grm.
0,3 Grm. Chlorkalium = 40,1 CC. Quecksilberlösung = 0,299 Grm.Chlorkalium;
0,2 Grm. Salmiak von 40,1 bis 77,2, also 37,1 CC. Quecksilberlö-sung, multiplicirt mit 0,005346 giebt 0,19834 Grm. Salmiak;
0,3 Grm. krystallisirtes Chlorbarium mit 2 At. Wasser erhielt24,6 CC. Quecksilberlösung. Diese multiplicirt mit 0,012205,als dem lOOOOsten Theil des Atoms, geben 0,300243 Grm.krystallisirtes Chlorbarium.
Bei allen diesen Versuchen war die Quecksilberlösung sehr starksauer, so dass sie mit den beiden anderen Indicatoren, phosphorsauremNatron und Harnstoff, gar keine Fällung gab. Es ergiebt sich nunhieraus, dass die salpetersaure Quecksilberlösung zur Bestimmung desChlors in Flüssigkeiten, welche keine andere schwere Metalle enthalten,mit Zuverlässigkeit angewendet werden kann. Bei alledem kann dieMethode nicht entfernt mit jener durch Silberlösung unter Anwendungdes neutralen chromsauren Kalis als Indicator verglichen werden. Essind bei letzterem die Erscheinungen viel deutlicher, die Zersetzungenabsolut schärfer, und die Silberlösung kann im richtigen Verhältnisse ausihren Bestandtheilen ohne vorherige Titrestellung mit der grössten Zu-verlässigkeit dargestellt werden.
Ich wünschte nun noch den Werth der angewendeten drei Indica-toren vergleichungsweise bei demselben zu bestimmenden Chlorgehaltezu prüfen. Es wurde in drei neben einander stehende Gläser aus einerBürette in jedes 10 CC. Zehentkochsalzlösung laufen gelassen und mitderselben möglichst neutralen Queksilberlösung, welche mit Kaliumeisen-cyanid auf die Kochsalzlösung gestellt war, unter Anwendung der dreiIndicatoren die Trübung hervorgebracht. Sie verbrauchten:
1) mit phosphorsaurem Natron 10,5 CC.,
2) mit Harnstoff . ... 14,8 „
3) mit Kaliumeisencyanid . . 10 „
derselben Quecksilberlösung. Der Unterschied dieser Zahlen hängt vonder Wirkung der freien Salpetersäure auf den zu erzeugenden Nieder-schlag ab, und man sieht hieraus, dass der Harnstoff der am wenigstenbrauchbare Indicator ist, dass ihm das phosphorsaure Natron folgt, unddass der beste das Kaliumeisencyanid ist, wie sich auch schon aus densehr guten llesultaten der oben mitgetheilten Analysen schliessen liess.
Würde man bei Anwendung von Harnstoff die mit der Quecksilber-lösung hinzukommende freie Säure immer neutralisiren, so müssten die