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Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
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Vierter Abschnitt. Fällnngsanalysen.

Zahlen erscheinen, so kann man die Analyse sogleich so einrichten, dassdie verbrauchten CC. .Silberlösung die Theile in 10000 Theilen Mineral-wasser angebeu. Dies findet statt, wenn man von dem Mineralwasser 58,46CC. aus einer Pipette auslaufen lässt und zur Analyse verwendet. Bei ei-gentlich salinischen Wassern würde mau zu viel Silber bei einer solchenMenge "Wasser gebrauchen, und man misst 5,85 CC. ab, wo alsdann dieverbrauchten CC. Silberlösung die Theile Kochsalz im Litre oder in1000 Baumtheilen angeben. Dies ist aus Folgendem vollkommen ein-leuchtend. Die Zahl 58,46 ist das Atomgewicht des Kochsalzes, undzehnmal so viel, als in 1 Litre Zehentkochsalzlösung enthalten ist. Eswürden also 10 Litre oder 10000 CC. Silberlösung dazu gehören, umdiese Menge Kochsalz zu zersetzen; folglich stellt jeder CC. Silberlö-sung den zehntausendsten Theil obiger Kochsalzmenge vor, oder 1 Thl.Kochsalz in 10000 Volumen Wasser. Hat man 5,85 CC. Wasser abge-messen, so würde es, wenn es nur Kochsalz wäre, 1000 CC. Silberlösungerfordern; es ist also jeder CC. Silberlösung gleich 1 Theil Kochsalz in1000 Volumen Wasser. Zur praktischen Anwendung wurden 58,46 CC.Heilbrunnen, eine Mineralquelle im Brohlthale, abgemessen, mit chrom-saurem Kali versetzt und bis zur röthlichen Färbung Silberlösung zu-gesetzt.

Es wurden 1) von 44,5 bis 61,6 oder 17,1 CC. Silberlösung ver-braucht.

2) Von 61,6 bis 78,7 ebenfalls 17,1 CC. Silberlösung. Der Ver-such heisst, in Worten ausgedrückt: 10000 CC. Heilbrunnen enthalten17,1 Grm. Kochsalz; oder 1 Litre enthält 1,71 Grm. Kochsalz.

Es wurden nun viermal hintereinander 10 CC. desselben Wassersherausgezogen und dem Versuche unterworfen. Als Mittel der sehrnahe übereinstimmenden Zahlen wurde 2.92 CC. Silberlösung gefun-den. Diese, nach Nro. 117 der Tabelle auf Kochsalz berechnet, geben:0,01707 Grm, Kochsalz in 10 CC. Wasser, also 17,07 Grm. in 10000C'C., sehr nahe wie oben. Eine ältere Analyse desselben Mineralwassersvon Professor Bischof in Bonn giebt 16,666 Theile in 10000 an.

Ganz besonders nützlich ist die Chlorbestimmung bei natürlichenTrinkwassern und Brunnen. Da das chromsaure Silberoxyd nicht abso-lut unlöslich ist, so würde bei einem sehr kleinen Gehalte von Chlorme-tall eine zu grosse Menge Wasser tingirt werden müssen. 1 / 2 Litre de-stillirtes Wasser mit cliromsaurem Kali versetzt, zeigte erst bei einemZusatze von 16 bis 18 Tropfen Silberlösung einen sichtbaren rothenNiederschlag. In diesem Falle dampft man das mit etwas kohlensauremNatron versetzte Wasser auf ein kleineres Volum ein und macht als-dann den Versuch.

1 Litre hiesiges Brunnenwasser zur Trockne eingedampft und wie-der gelöst, erforderte 17,15 CC. Silberlösung. ' Das giebt 0,10025 Grm.Kochsalz im Litre.